Immer wenn Bundestagswahlen anstehen, gibt es Krach um die Fernsehspots der Parteien: Ob auch extremistische Parteien sich auf diese Weise kostenlos ins öffentliche Bewußtsein einklinken dürfen, ob Wahlspots überhaupt wahrgenommen oder als Programmstörung abgeschafft werden sollten. In dieser schwierigen Lage hat die "Europäische Management- und Marketing-Agentur (EMMA)" für die Parteien ein paar Vorschläge entwickelt.

"Unsere Spots unterscheiden sich, ohne aufzufallen", sagt EMMA-Direktionsassistent Dr. Günter P. "Sie sind programmschlüpfig und eingängiger als die bisherigen Wahlspots, weil sich Knackfrischneues mit Traditionsbewährtem verbindet! Um Verwechslungen mit Gewohntem auszuschließen, bezeichnen wir die folgenden experimentellen EMMA-Produkte als Wahl-Spotts."

"Ich weiß noch ganz genau, als ich den ersten Wahltip von meinem Großvater bekam. Es war für die SPD, die echte! Diese Überzeugungstreue – süß und solidarisch und unheimlich gut. Ich spürte, das mußte etwas ganz Besonderes sein. Ja, nun bin ich der Großvater. Und was sonst wohl würde ich meinem kleinen Enkel Rudolf geben als meine Stimme: SPD! Er meint ja auch, daß er etwas ganz Besonderes ist oder werden kann."

Alles SPD – oder was?

Charmante Frau klingelt an der Wohnungstür, sagt zu dem jungen Mann, der öffnet: "Herr Angelo, ich glaube, Sie müssen Ihre Stimme meiner Partei geben, der CDU." Der junge Mann: "Prego, momento, mama mia, Spaghetti carbonare wie von Ackermann! Presto, Olivetti, lire lire, espresso, pronto – capuccino!" Die junge Frau: "Und wann geben Sie Ihre Stimme der CDU?" Der junge Mann: "Aber, Signora, ich bin doch Italiener! Ausländer! Ich habe gar keine Stimme."

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Man nehme Dr. Kohl: Denn Quantität ist das beste Rezept. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie das Parteiprogramm und fragen Sie in den neuen Bundesländern oder beim Umweltschutz.