Die Zahlen, die der Konkursverwalter für das Imperium des geflohenen Baulöwen Jürgen Schneider in dieser Woche präsentierte, waren für die versammelten Gläubiger noch deprimierender als alle früheren Schätzungen. Auf 4 bis 4,5 Milliarden Mark bezifferte Gerhard Walter das "negative Reinvermögen" des Ehepaars Schneider. Für Handwerker und Architekten, so viel ist jetzt klar, ist aus der Konkursmasse nichts zu holen.

Nur, was hat der Konkursverwalter an Vermögenswerten wohl zusammengezählt? Liegen der Kalkulation die jetzt erzielbaren Verkaufserlöse der 121 Luxuspaläste und Bauruinen Schneiders zugrunde, so zeigt dies nur, daß die kreditgebenden Banken sich noch viel tiefer in Schneiders Phantasiewelt hineinziehen ließen, als bisher angenommen. Um so beschämender fällt die Blamage für die Geldgeber aus. Doch was taugt die Addition, wenn die Banken die Gebäude jetzt gar nicht verkaufen, sondern erst nach und nach im Laufe von Jahren an den Markt bringen? Vielleicht springt dabei viel mehr heraus, als man sich heute denken kann. Oder auch weniger. Was Jürgen Schneider von solchen Bewertungen hielt, hat er dokumentiert: Das bare Geld nahm er mit, die Immobilien, deren Wert ungewiß ist, ließ er gnädig zurück.