Eigentlich ist die Idee ganz vernünftig: In einem "Deutschen Memorandum" fordert Bundeswirtschaftsminister Günter Rexrodt eine unabhängige Expertengruppe, die den Wust Brüsseler Gesetze und Vorschriften ausmistet, auf daß sich mehr wirtschaftliche Dynamik entfalte. Ob Agrarsubventionen, Handelshürden oder dubiose industriepolitische Projekte - auf Anhieb fallen einem eine Reihe von Feldern ein, auf denen die Fachleute fruchtbar wirken könnten. Deshalb lag Kommissionspräsident Jacques Delors falsch, als er den Bonner Vorschlag Anfang der Woche in barscher Manier abschmetterte. Andererseits aber hat er allen Grund anzunehmen, daß der teutonische Wirtschaftsminister die Anregung selbst nicht besonders ernst nimmt, sondern auf Kosten Europas Wahlkampf macht. Immerhin hat der scheidende Präsident es mit einer Bundesregierung zu tun, die immer noch an einem grotesken Ladenschlußgesetz festhält, milliardenweise Subventionen in niedergehende Industrien schaufelt und zweifelhafte Technologieprojekte wie den Transrapid fördert - und zwar zum Trotz der Mahnungen unabhängiger Experten Übrigens muß Günter Rexrodt demnächst wohl nach Brüssel, um sich einen neuen Subventionsplan für die ostdeutschen Eko Stahlwerke genehmigen zu lassen, he