Die zu Recht beliebte Kolumne "Das Letzte" kann in dieser Woche nicht erscheinen. Ihr Verfasser (jener Kollege, der sich "Finis" nennt) ist ohne Nachricht verschwunden.

Wir (seine Freunde, Kollegen, Redakteure) stehen vor einem Rätsel. Gewiß, vieles war in den letzten Wochen auf unseren Kolumnisten eingestürmt: Rolf Schmidt-Holtz und Jürgen Flimm hatten ihm Prügel angedroht, unser Chefredakteur Aktennotiz und mündliche Belehrung angekündigt. Trotzdem, einen Mann von der schon sprichwörtlichen Nervenstärke unseres Kollegen können solche kleinen professionellen Irritationen nicht ernstlich aus dem seelischen Gleichgewicht gebracht haben.

Was aber dann? Wo es keine Antwort gibt im Leben eines Mannes, da heißt die Antwort immer: Frau. Eine Frau, eine sog. Geliebte, muß hinter dem sonst unbegreiflichen Verschwinden unseres lieben Kollegen stecken. Eine Frau wie Sina D. womöglich, die uns kürzlich in Bild am Sonntag in schamloser Offenherzigkeit über die Sexualpraktiken des verschwundenen Immobilienlöwen bzw. Immobilienhais Dr. Jürgen Schneider unterrichtet hat. "Beim Sex", so SinaD., "behielt er (Dr. Jürgen Schneider, d.Red.) die Socken an..., und einmal verlor er sein Toupet."

Bevor nun ein ähnliches Weibsstück unseren verschwundenen Kollegen diffamiert, geben wir vorsorglich einen kurzen Einblick in unsere Redaktionsgeschäfte. Der Kollege Finis behielt beim Schreiben seiner Kolumne (und nur Schreiben war für ihn Sex!) niemals die Socken an. Er schrieb, auch winters, immer barfuß – was seinen Texten diese einzigartige, raubtierhafte Geschmeidigkeit verlieh. Und er verlor auch niemals sein Toupet – weil er selbiges bei der Arbeit stets neben der Schreibmaschine deponierte. Auf seine gerötete, manchmal rotglühende Glatze legte er zur Abkühlung gern Eiswürfel. Wie dann das Schmelzwasser über sein Gesicht hinunterlief und auf den Schreibtisch tropfte – dieser so Erschreckende wie ehrfurchtgebietende Anblick gehört zu unseren schönsten Erinnerungen an den Verschwundenen. Soviel zum Thema "ZEIT intern".

Ach ja, und nun kommt es, wie es kommen mußte. In Wild am Sonntag, der neuen bunten Sonntagszeitung, meldet sich eine angebliche Finis-Geliebte zu Wort.

Der WimS-Reporter: "Na, wie war er denn so, der berühmte Herr Finis? Als Mensch, als Mann, als Liebhaber?"

Die Geliebte: "Er war das Letzte!" Finis