Solar-Durchbruch?

Für Aufsehen sorgte in der vergangenen Woche die Meldung, australischen Forschern sei ein Durchbruch in der Solarzellenforschung gelungen. Die Kosten für Sonnenenergie könnten um achtzig Prozent sinken, hieß es, und schon "in wenigen Jahren" sei der Strom aus photovoltaischen Zellen billiger als der aus Kohle- oder Atomkraftwerken. Der Haken: Die neuartigen Solarzellen, die Martin Green von der Universität New South Wales entwickelt hat, existieren bisher nur auf dem Papier. Das Konzept für den Bau eines Prototypen, so heißt es etwa im deutschen Institut für Solare Energiesysteme (ISE), sei momentan noch "visionär", gleichwohl aber sinnvoll. Green will die Solarkosten vor allem dadurch senken, daß er für seine Zellen erheblich dünnere Siliziumschichten als bislang verwendet, deren Reinheit zudem hundert- bis tausendmal geringer sein müßte als für kommerzielle Zellen. Dazu will er das Material mit über tausend Grad Celsius auf ein Glas-Substrat aufdampfen, was in der Realität (noch) daran scheitert, daß Glas solch hohe Temperaturen nicht aushält. Ähnliche Ideen werden jedoch weltweit intensiv untersucht. Die beschriebenen Kostenvorteile wären dabei durchaus möglich – wenn erst einmal die Materialprobleme gelöst sind. Solarexperten verweisen jedoch immer darauf, daß die Senkung der Solarkosten nur eine Seite der Medaille ist. Wirklich konkurrenzfähig sei die Sonnenenergie erst dann, wenn bei konventionellen Energien die Folgekosten (etwa für Umweltverschmutzung) eingerechnet würden.

Mauern gegen Erosion

Die Bodenerosion in Afrika läßt sich mit einfachen Methoden der einheimischen Bauern wirksam bekämpfen, wie die UN-Behörde International Fund for Agricultural Development in einem Bericht mitteilte (New Scientist, Heft 1925, Seite 11). In Westafrika beispielsweise verhindern rund dreißig Zentimeter hohe Steinmäuerchen, daß Regen und Wind den fruchtbaren Boden wegspülen und fortwehen. Diese uralte Methode war bei den Einheimischen in Vergessenheit geraten und von Entwicklungshelfern wieder eingeführt worden. In der Republik Niger wurden sichelförmige Gräben in die Hänge gezogen, in denen sich das Regenwasser sammelt, anstatt zu Tale zu stürzen. Der UN-Behörde zufolge bedeckte "bald dickes Gras" die zuvor kahlen Flächen. Die traditionellen Methoden, von der UN mit 600 Millionen Dollar gefördert, seien oftmals effektiver als die von den Industrieländern propagierten.

Verwüstender Stickstoff

Inmitten der dichten Nadelwälder des Klamath-Gebirges in Nordkalifornien liegen öde Flecken ohne Vegetation. Ursache sei der hohe Ammoniumgehalt des felsigen Untergrundes, berichtet der amerikanische Wissenschaftler Randy Dahlgren (Nature, Band 368, Seiten 810 und 838): Vernichtet ein Brand eine Waldstelle, wäscht der Regen die nährstoffreiche Erdkrume fort. Dadurch gelangt das Ammonium, eine Stickstoffverbindung, an die Oberfläche und wird durch den Luftsauerstoff zu Salpetersäure oxidiert. Aus diesem sauren Boden werden Kationen ausgeschwemmt, die für das Pflanzenwachstum wichtig sind, und giftiges Aluminium löst sich aus den Felsen. Auf diesen Ödflächen haben Baumsamen keine Chance mehr zu keimen. Auch Stickstoffverbindungen aus Düngern und Autoabgasen könnten einen ähnlichen Effekt haben, wenn sie als Salpetersäure auf die Wälder regnen, meint Dahlgren.