Politik

Nächste Woche berät der Bundesrat ein Gesetz zur Verbrechensbekämpfung. Auch die SPD betreibt Wahlkampf mit der Angst der Bürger. Der Bremer Justizsenator Henning Scherf warnt seine Partei vor Anbiederei: Der starke Staat macht keinen satt

Mit eindrucksvollen Zahlen belegt der Werbespot zur Europawahl das Versagen der Bundesregierung: „Die Bilanz der Regierung Kohl der letzten fünf Jahre: Autodiebstähle: plus 58, Drogendelikte: plus 45, Raubüberfälle: plus 95 Prozent.

Europa - Liebe ohne Leidenschaft

Smeinen, daß die Europawahl am 12. Juni von sehr großer Bedeutung ist, weitere 39 Prozent messen ihr immerhin eine „ziemlich große" Wichtigkeit zu.

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Dossier

Die Wahl der 300 Millionen: Langer Akt

Das Europäische Parlament wird seit 1979 direkt von den europäischen Bürgern gewählt. Seine Amtszeit beträgt fünf Jahre. Das künftige Europäische Parlament wird aus 567 Abgeordneten (statt bisher 518) bestehen.

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Wirtschaft

Deutsche Erbsen

Immer wenn die kreative Runde der Europäischen Management- und Marketing Agentur (EMMA) wieder einma

Pleitier fürs Elysee?

Andere Zeiten, andere Titel: „Gewinnen auf der ganzen Linie" hieß der Bestseller des ehemaligen adidas Besitzers Bernard Tapie Mitte der achtziger Jahre. Jetzt müßte er ehrlicherweise ein neues Buch schreiben.

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Wissen

Lehrzeit

Die amerikanischen Schulen haben ihren miesen Ruf zu Recht: Ein Schüler dort hat im Jahr nicht einmal halb so viele Unterrichtsstunden wie etwa ein deutscher; das Verhältnis liegt bei 1460 Stunden pro Jahr zu 3528 (Nature, Band 369, S. 85 und 87).

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Feuilleton

Rosa Wal beim Überholungsmanöver

Ein Blauwal schwamm im Mittellandkanal so vor sich hin. Auf einmal sah er vier große, stolze Schornsteine, die eine Landschaft von Werkhallen aus rotem Klinker bekrönten.

Zeit zum Hören

Eine Geschichte geht so: "Ich lernte ihn in Los Angeles kennen. Eines Mittwochabends ging ich in einen Club und sah, wie die gesamte Rhythmusgruppe von der Bühne stieg und den Saxophonspieler da oben allein ließ.

Unnachgiebig

Der Zeitpunkt meiner Rückkehr steht seit langem fest. Er ist festgelegt auf den Mai 1994", so hat es Alexander Solschenizyn im Oktober 1993 bei seinem Europabesuch verkündet. Von seiner Absicht zurückzukehren lasen wir seit 1987.

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DIE ZEIT

Verfall

Man hat sich daran gewöhnt, immer wieder zu erleben, daß niemand einem Wehrlosen, der am Boden liegt, zu Hilfe kommt. Wenn einer von jugendlichen Barbaren zusammengeschlagen wird: Die Leute gehen vorüber und gucken einfach weg.

Leid tun

Rudolf Scharping kann zur Zeit anfassen, was er will: Irgend etwas geht dabei schief. Von den „Besserverdienenden“ übers Tempolimit und die Aufschwunggerüchte bis zur Präsidentenwahl: Pannen, Mißverständnisse, Fehlkalkulationen.

Zeitspiegel

Fast überschlug sich die Stimme: „Wieder muß ich diesen Mächtigen der Welt begegnen, aber mit welchen Argumenten soll ich ihnen entgegentreten?“ rief der aus dem Krankenhaus entlassene Papst vorigen Sonntag, vier Tage bevor er den amerikanischen Präsidenten empfing.

Im Wendejahr 1989 brachen die kommunistischen Diktaturen Osteuropas zusammen. Die offene Gesellschaft ging siegreich aus dem Kalten Krieg hervor. Doch just in der Stunde des Liberalismus stellt sich für viele die Frage:: Was heißt heute noch liberal?

Wozu brauchen wir noch die Liberalen? Die FDP ist seit geraumer Zeit personell und programmatisch im Niedergang. Wo wäre heutzutage ein Karl-Hermann Flach zu finden, einer, der ein Dokument vom Range der „Freiburger Thesen“ aus dem Jahr 1971 formulieren könnte – oder auch nur wollte? Zur gleichen Zeit allerdings heißt es, im Grunde seien inzwischen alle Parteien irgendwie liberal.

Mit Ausflüchten und Beschönigungen nimmt Italiens Ministerpräsident Berlusconi die Faschisten in Schutz: Nettes über den Duce

Von lästigen Freunden befreit man sich leicht, wenn sie entbehrlich sind. Wie aber könnte Silvio Berlusconi, der ein neues italienisches Wunder für "machbar" hält, auf die Neofaschisten verzichten, ohne die er keine Parlamentsmehrheit hätte? Also verlegt sich der Regierungschef aufs Leugnen und Beschönigen: "Es gibt doch gar keine Faschisten in meiner Regierung", behauptet er.

George Ball stritt für Europa: Ein Freund

George Ball: Ein Rätsel, wie dieser große und schwere Mann es fertigbrachte, sich in den alten VW-Käfer zu zwängen: Er habe mit dem seltsamen Gefährt ein wenig durch die Gegend kariolen wollen.

Wolfgang Ebert: Frage der Stimmung

An den unberechenbaren Wechselwähler, den treulosen Wanderwähler, den rachsüchtigen Denkzettelwähler, ja sogar an den verdrossenen Protestnichtwähler hatten sich die Parteien wohl oder übel gewöhnt.

Bonner Bühne: Nur eine Frage des Stils

Man muß die Kritik an Roman Herzogs kleiner Antrittsrede nicht, wie Schäuble, für Sittenverfall halten und kann doch sagen: „Legt nicht alles auf die Goldwaage, was Herzog in freier Rede vortrug.

Demokratie aus der Kiste

Es ist Montag, 17 Uhr. "Madame le Président!" ruft eine schwächliche Stimme in den Plenarsaal. Die Sitzungswoche des Europäischen Parlaments ist eröffnet.

Die Machtverteilung in Europa: Dritter Rang

Die Kommission hat das alleinige Vorschlagsrecht für die europäische Gesetzgebung. Sie erarbeitet die entsprechenden Texte, bereitet den Haushalt vor und wacht über die Einhaltung der Verträge.

Freie Wählergemeinschaften im Osten: Politik in klein

EISLEBEN. – Für Politik hat sich Emil Grigorow bis zur Wende kaum interessiert, er hatte sich eingerichtet im real existierenden Sozialismus, und er hatte, ohne Parteimitglied zu sein, sogar eine bescheidene Karriere im Mansfeld Kombinat gemacht.

Ostgehälter: Teuer

Die schönen Grundsätze von Gleichheit und Brüderlichkeit – in Deutschland gelten sie nicht mehr allzuviel. Da tut es gut zu hören, daß wenigstens einer für die Gleichheit streitet, und sei es für die der Lebensverhältnisse in Berlin: Eberhard Diepgen, der Regierende Bürgermeister.

Keine amerikanischen Sanktionen gegen China: Handel befreit

All die Kritiker, die Bill Clinton Wischiwaschi-Politik vorwerfen, hat der amerikanische Präsident eines Besseren belehrt. Seine Entscheidung, China weiterhin die Meistbegünstigung zu gewähren, verband er mit einer eindeutigen Botschaft: Menschenrechte und günstige Handelsbedingungen will der mächtigste Mann der Welt fortan nicht mehr miteinander verbinden.

Nichtraucher: Billig

Furopa macht’s möglich. Endlich haben die Nichtraucher auch etwas von ihrem Verzicht. In Heller und Pfennig soll sich die Abstinenz in Zukunft auszahlen – zumindest bei den Prämien mancher Lebensversicherer.

Bonner Kulisse

Zumindest von einer Steuererhöhung bleiben die Bundesbürger vorerst verschont: Die Steuerpflicht für kommunale Betriebe kommt in dieser Legislaturperiode wohl nicht mehr zustande.

Weltwirtschaft: Der amerikanische Ökonom Paul Krugman hält die These von der Wettbewerbsfähigkeit der Nationen für einen gefährlichen Irrglauben (ZEIT Nr. 18). Ein deutscher Experte widerspricht: Wettlauf der Standorte

Kaum mündet die deutsche Standortdebatte in praktische Schritte der Politik, da verblüfft der bekannte amerikanische Ökonom Paul Krugman die ZEIT- Leser mit einer überraschenden These: Wirtschaftswachstum habe nichts mit der Wettbewerbsfähigkeit der Nationen zu tun, sondern werde fast nur von der heimischen Produktivitätsentwicklung bestimmt.

Markt-Report: Müde in den Sommer

Innerhalb kurzer Zeit hat der deutsche Aktienindex (Dax) mehr als 150 Punkte eingebüßt. Eine sogenannte Widerstandslinie nach der anderen wurde sang- und klanglos durchbrochen.

Manager und Märkte

General Motors: 1,5 Milliarden Mark Schaden durch López? Chemieindustrie: Prämien statt Zulagen Werbeeinnahmen: Privatsender sahnen ab

Afrika: Die herkömmliche Entwicklungshilfe hat den Niedergang nicht verhindert. Regionale Wirtschaftsgemeinschaften könnten aus der Krise führen: Abkehr vom falschen Vorbild

Ein verlorenes Jahrzehnt“ – so haben viele Afrikaner die achtziger Jahre genannt. Inzwischen ist ein Drittel des nächsten Jahrzehnts ins Land gegangen, und die ursprünglich pessimistisch gemeinte Aussage entpuppt sich als überoptimistisch: In den neunziger Jahren verschlechtert sich die Situation der meisten afrikanischen Staaten in vieler Hinsicht weiter.

„Unternehmen Overlord“

Das Transportproblem war eine der Schlüsselfragen bei der Vorbereitung der Invasion. Die Landungsstreitmacht der Alliierten mußte groß und stark genug sein, um gegen den mit Sicherheit zu erwartenden harten Widerstand der Deutschen einen substantiellen Landungskopf errichten zu können.

Erforscht und erfunden

Dem bisher kürzesten bekannten Gen scheinen spanische Biologen bei Bakterien auf die Spur gekommen zu sein (Nature, Band 369, Seite 281): Es besteht aus nur 21 Basenpaaren.

Energie und Umwelt

Als vor 9000 Jahren die letzte Eiszeit zu Ende ging, spieen die Vulkane erheblich häufiger und kräftiger Feuer als heute. Diesen Schluß ziehen US-Wissenschaftler, die auf Grönland das ewige Eis auf Schwefelsulphate hin untersuchten (Science, Band 264, S.

Brüsseler Tonne

Parlamentsbauten sind eine aufregende Sache: Was hat man nicht alles über den neuen Plenarsaal in Bonn geschrieben, wie hat man seine Mikrophonanlage zum Lachschlager gemacht! Und über den schwimmenden Schürmannbau wäre beinahe eine Ministerin ins Wasser gefallen.

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