JERUSALEM - Die Beziehungen von Serben und Juden haben eine durchaus positive Vergangenheit. Im Vergleich zur Erfahrung der Juden in anderen Ländern könnte man das Verhältnis sogar als "gut" bezeichnen.

Juden tauchten in slawischen Gebieten des Balkan nach ihrer Vertreibung aus Spanien am Ende des 15. Jahrhunderts auf. Willkommen geheißen wurden sie besonders in den orthodoxen Ländern, in Serbien, Montenegro, Bulgarien und Makedonien. Die guten Beziehungen setzten sich bis ins 20. Jahrhundert fort, was besonders wä der deutschen Besatzung 1941~19?T zum Ausdruck kam. Zwar gaiNfs auch in Serbien Kollaborateure; doch hätten sich alle Völker des besetzten Europa wie die Serben verhalten, dann wäre der größere Teil der sechs Millionen ermordeten Juden noch am Leben.

Die Greuel des Krieges brachten beide Völker noch enger zusammen: Juden und Serben waren wie die Zigeuner Opfer des Völkermordes. Die gegenseitige Sympathie blieb auch nach dem Sechs TageKrieg 1967 erhalten, als Präsident Tito die diplomatischen Beziehungen mit Israel einfror.

Als Jugoslawien zusammenbrach, verhielt sich Israel neutral.

Doch das schien den Serben nicht gut genug, und sie klagten: "Gestern noch waren wir eure Verbündeten, während die Kroaten euch wie uns in dem berüchtigten Vernichtungslager Jasenovac umbrachten Und es geht nicht nur um gestern; es handelt sich um morgen.

Serbische Führer wie der Altpräsidenl Dobrica Cosic und Intellektuelle wie der Schriftsteller Milorad Pavic sprechen von einer Weltverschwörung der Muslime und Katholiken gegen Orthodoxe und Juden: "Wie könnt ihr Juden in diesem Wirbel neutral bleiben, wenn das Menetekel schon an die Wand geschrieben ist? Wo bleiben die diplomatischen Beziehungen Belgrad Jerusalem, und warum stellt sich das so einflußreiche Judentum auf die Seite der antisemitischen Kroaten und der fundamentalistischen bosnischen Muslime?"

Was die Diplomatie betrifft, hat Israel gute Gründe. Seit dem Tod Titos rüttelte Israel an den Toten Belgrads, um wieder Botschafter auszutauschen "Nichts brennt, alles hat seine Zeit", hieß es damals in Belgrad. Doch 1992 kamen die UN Sanktionen, und es war klar, es dochbrs der Uno genug ohne die Eröffnung einer Bots in dem ausgestoßenen Staat.