Daß amerikanisches Soccer-Publikum bei Kopfbällen noch immer in schallendes Gelächter ausbräche – ein Gerücht! Gleichwohl ist gewöhnungsbedürftig, daß uns die Fußballbotschaften der nächsten vier Wochen sämtlich aus Orten kommen, deren Namen mit Fußball bisher absolut nicht kompatibel waren: Boston im Tor, Washington als Libero, Dallas als einsame Spitze, Orlando und San Francisco auf den Flügeln. Eine Fußballweltmeisterschaft unter der Baseballmütze – kaum Platz an der Eckfahne, kein Mutterboden unter den Stollen: Herberger hilf, wohin hat es unsere Buben, Bertis Buben, da verschlagen? Alles ist anders, nur eines ist wie immer: Sie müssen wieder einmal Weltmeister werden.

Was – das sei hier zum Anpfiff mitfühlend kurz angemerkt – in keinem Fall ein Vergnügen ist. Denn werden sie es nicht, wird die Häme aus beleidigter deutscher Fußballseele fürchterlich sein; werden sie es, kann es auch fürchterlich werden.“ Man möchte nicht in ihren schwarzrotgoldenen Kleidern stecken. Vielleicht haben sie ja Glück: Es ist des deutschen Fußballs dreizehntes Weltmeisterschaftsturnier, und es beginnt an einem Freitag. A. B.