Vor 11050 Jahren, nach dem Ende der letzten Eiszeit, waren die Gletscher der Nordhalbkugel gerade im Schmelzen begriffen, als ein plötzlicher Kälteeinbruch sie wieder anschwellen ließ. Das gleiche Phänomen spielte sich anscheinend auch in Neuseeland ab (Science, Band 264, S. 1434). Die Erwärmung im Norden wurde bisher mit einer Änderung der Meeresströmungen im Nordatlantik begründet. Diese Theorie muß verworfen werden, da sie den Temperatursturz im Süden nicht erklärt. Die Forscher sind ratlos und überarbeiten zum wiederholten Male ihre Klimamodelle.

Alpenpflanzen sind Meister der Anpassung. Verschiedene Arten gedeihen jeweils nur in bestimmten Höhen- und damit Temperaturzonen Österreichische Botaniker haben jetzt bei neun Bergblumenarten festgestellt, daß sie sich in immer höheren Zonen ansiedeln (Nature, Band 448, S. 448). Flatnitzer Felsenblümchen, Einblütiges Hornkraut und Gegenblättriger Steinbrech etwa kletterten bis zu vier Meter in zehn Jahren. Die Forscher untersuchten das Vorkommen der Pflanzen auf Gipfeln in Österreich und der Schweiz und verglichen ihre Werte mit historischen Aufzeichnungen aus der Jahrhundertwende. Ursache für das geänderte Siedlungsverhalten seien die gestiegenen Temperaturen. Seit 1900 hat sich die durchschnittliche Jahrestemperatur in Österreich um 0 7 Grad erhöht.