Der Apostel Paulus wußte schon genau, wer das Himmelreich nicht ererben wird: "Weder die Unzüchtigen noch die Götzendiener noch die Ehebrecher noch die Weichlinge noch die Knabenschänder", schrieb er den Korinthern in seinem ersten Brief (Kapitel 6, Vers 9). Was für das Reich Gottes gilt, muß für den Stadtrat von Krefeld erst recht gelten - fand die nordrhein westfälische CDU und versagte einem der Ihren die Kandidatur zu den Kommunalwahlen.

Sein Frevel? Er ist schwul, und er schämt sich dessen nicht einmal. Das Parteischiedsgericht erkannte auf Verstoß gegen das "christliche Sittengesetz" - und verwies damit auf ein wahrhaft weites Feld, viel weiter als Krefeld, fast so weit wie das Himmelreich. Christliches Sittengesetz? Da sind wir schnell beim Begriff des "Leibes als Tempel des heiligen Geistes" (Paulus). Und wer dürfte da noch kandidieren? Kein Vielfresser, kein Sinnenmensch, kein geschiedener Ehemann, kurzum: kein Sünder. Die Kandidatenlisten der Christdemokraten wären leer wie das Grab des Herrn. Nein, die Richterrolle ist nicht des Menschen. Zum Beleg Johannes 8, Vers 7: "Nur wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein Job