Gekonnt in Szene gesetzt hat sich Baden-Württembergs Umweltminister Harald Schäfer mit seinem „weltweit ersten Modellversuch gegen Ozon“ in Heilbronn – und das war bis jetzt auch das Beste an dem 2,4 Millionen Mark teuren Spektakel. Denn was bisher an Daten veröffentlicht wurde, ist verkehrspolitisch ein abgewetzter Reifen.

Der Verkehr ging um vierzig Prozent zurück. Weil nur noch schadstoffarme Fahrzeuge rollen durften, verminderte sich die Luftbelastung durch Stickoxide und Kohlenwasserstoffe um ebenfalls rund vierzig Prozent. Auf der Autobahn galt Tempo 60, ein Limit, vor dem nicht nur Schäfers Genosse Scharping zurückschreckt. Der Lärmpegel sank um fünf Dezibel und die Benzolbelastung sogar um die Hälfte. Wer hätte das gedacht: Wo das Fahren eingeschränkt wird, da reduzieren sich Lärm und Abgase. Genau das haben Großversuche, etwa in der Schweiz, längst bewiesen.

Der Test als Volkes Fest ließ das wahre Ziel des Experimentes verblassen, nämlich die Reduktion des Ozons. Genaues darüber erfahren wir erst in einem halben Jahr. Bis dahin wissen wir nur, daß sich auch mit profillosen Pneus noch prächtig Parade fahren läßt. HST