Wenn schon sonst nichts Aufregendes von unseren Fußballern aus Amerika zu berichten ist, dann doch wenigstens ‚ dies: Skandal, Skandal! Da hat also einer von Bertis Buben, der stadionbekannte Hitzkopf Stefan Effenberg, für einen Augenblick die Regel mißachtet, daß Fußball mit Füßen gespielt wird und eben nicht mit demonstrativ gezücktem Mittelfinger, und schon mußte er seine Koffer packen, auf der Stelle, beidhändig, Mittelfinger inklusive.

Egidius Braun, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, sprach vor der Kamera, gierechten Zorn in der zitternden Stimme, von einem Fingerzeig. Fingerzeig im doppelten Sinne, sozusagen, dem obszönen einerseits, dem moralischen andererseits, der mit der Heimreiseverfügung zu geben sei. In seiner Eigenschaft als Mitglied der Nationalmannschaft ist so ein Effenberg nun einmal auch ein Repräsentant, ein Repräsentant des ganzen deutschen Volkes, und als solcher...

Lieber Herr Präsident, üben Sie Gnade vor Recht und sehen Sie es doch mal so: Hier war ein armer Sünder mit den Nerven zu Fuß und der Mittelfinger nach kräftezehrendem Kampf am Ende vielleicht das einzige Glied, das er noch bewegen konnte. A. B.