Sender gerettet, doch Frequenz verloren. So könnte die Geschichte des als „informationsorientiertes Vollprogramm“ gestarteten privaten Fernsehsenders Vox weitergehen. Der an Mißerfolg und Gesellschafterstreit gescheiterte Kölner Kanal, seit einem Vierteljahr in Liquidation, darf zwar seit vergangenem Freitag auf einen neuen Start hoffen, doch schon droht ihm neues Ungemach: Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg will Vox in ihrer Region die Sendeerlaubnis entziehen. Gründe: Das Programm entspreche nicht mehr den ursprünglichen Kriterien, überdies hätten sich die gesellschaftsrechtlichen Verhältnisse grundlegend geändert.

Von dem Crash-Sender hatten sich der Süddeutsche Verlag, Holtzbrinck sowie eine Kölner Beteiligungsgesellschaft verabschiedet. Geblieben ist die Bertelsmann-Tochter Ufa mit 24,9 Prozent. Als neuer Gesellschafter grüßt nun die Luxemburger CLT (Gesellschafter bei RTL und RTL 2) mit ebenfalls 24,9 Prozent, die ihre Senderfamilie gern um Vox – auch als „RTL 3“ im Gespräch – erweitern möchte. Für die restlichen gut fünfzig Prozent werden noch Gesellschafter gesucht.

Dem Direktor der Medienanstalt Berlin-Brandenburg, Hans Hege, sind solche Familienbande ein Dorn im Auge. Die Veränderungen bei Vox müssen obendrein noch von den insgesamt fünfzehn Landesmedienanstalten genehmigt werden. Die nächste Tagung der Medienkontrolleure ist für den 12. Juli angesetzt.

Übel sieht es nach Ansicht von Frieder Rotzoll, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Kaffee Verbandes, für die Kaffeetrinker in aller Welt aus, seit am letzten Juniwochenende der Frost über Brasiliens Kaffeeplantagen hereingebrochen ist. An den Kaffeebörsen in London und New York schnellten die Preise von Freitag auf Montag um dreißig Prozent auf 3045 Dollar je Tonne nach oben. Im Vergleich zu den Preisen von 1977 ist das allerdings ein noch moderater Preis, damals kostete die Tonne Rohkaffee mehr als das Doppelte. Dem absoluten Rekordpreis war ebenfalls Frost in Brasilien vorausgegangen.

Derart drastische Preissteigerungen haben die Anhänger der braunen Bohne dieses Mal nicht zu befürchten, meint Birgit Klesper, Pressesprecherin des Hamburger Kaffeerösters Tchibo. Eine Preiserhöhung „von bis zu zwei Mark je Pfund“ sei langfristig aber drin.

Der Frosteinbruch trifft die Röster zu einem ungünstigen Zeitpunkt, denn bereits vorher befanden sich die Kaffeepreise im Höhenflug. Seit am Anfang des Jahres abzusehen war, daß vor allem die frisch geernteten Kaffees knapp werden, wie sie Albert (Adi) Darboven für seinen magenfreundlichen Kaffee aus der Darboven J.J. Kaffeerösterei braucht, haben sich die Preise mehr als verdoppelt. Darbovens Chef-Einkäufer Dieter Nagel prognostiziert für die gerade eingebrachte Ernte eine „Mindermenge von rund zehn Millionen Sack“. Im nächsten Jahr werden auf jeden Fall fünf Millionen Sack fehlen.

Der Vorwurf hat offenbar gesessen: Seit einiger Zeit bemüht sich der französische Premierminister Edouard Balladur, den unschönen Eindruck zu vermeiden, er würde die Spitzen der Staatsunternehmen ausschließlich mit seinen Spezis besetzen oder zumindest kräftig kungeln.