Man kann’s dem Pöbel nicht recht machen. 1969, als die Blumenkinder im Hyde Park Ringelreihen tanzten und die freie Liebe priesen, befand auch das bis dato würdevoll zugeknöpfte britische Königshaus, es sei an der Zeit, mit der Zeit zu gehen. Ein Minirock von Mary Quant für die Königinmutter? Das dann doch nicht. Wohl aber öffneten sich die Tore des Buckingham Palace erstmals für die Fernsehkameras. Einem staunenden Publikum präsentierte sich die Erste Familie des Landes nun bürgernah beim Grillen im Garten.

Seitdem überbieten sich die Mitglieder der Firma Windsor, angefeuert von einer sensationslüsternen Presse, mit öffentlichkeitswirksamen Selbstdarstellungen: Die Vorstandsmitglieder hechten von einem Wohltätigkeitsempfang zum nächsten, die Seniorchefin zahlt neuerdings Steuern, mottet ihre Yacht ein, und läßt gar den Firmensitz gegen Bares besichtigen. Indes scheint es, als sollten alle Bemühungen um die Gunst des Volkes vergebens gewesen sein: Nun dreschen alle auf den in hektischer Repräsentationsarbeit ergrauten Juniorchef Charles ein. Und das alles nur, weil er zugibt, daß er seine Frau betrogen hat. Was könnte heutzutage bürgerlicher sein? stz