Wenn das fast gleichnamige Buch noch eine 4. Auflage erleben sollte, die dann bei Zweitausendeins verramscht wird, und keiner will sie, lese man den Untertitel: Meinungen eines Bären von sehr geringem Versand. (Aber die 3. Auflage liegt jetzt, gegen menschlichen Zugriff gesichert, in den Buchhandlungen, und wenn sie aus dem Urlaub in den Cevennen oder in der Ardèche zurückkommen, können Sie sich immer noch was holen.)

Willkommen daheim! Ich war nämlich auch in den Cevennen oder in der Ardèche, denn Französisch liegt mir nun mal: Gauloises heißen Gauloises, Alsterwasser heißt panaché, und die taz heißt Libé, in welche man sich nach einer Woche so eingelesen hat, daß man, wenn man Jean-Pierre Mercier kennenlernt, sagt: „Na, Alter? Was macht die Schachspalte?“

„Das ist eine gute Frage“, sagt er und hofft insgeheim, daß alle Leute den anderen Jean-Pierre Mercier fragen: „Na, Alter? Was macht das Comic-Seminar in Angoulème?“

Außerdem steht in der Libé, daß Marthe Robert, die französische Übersetzerin von, nein, nicht von Heinrich Böll, von Kafka, Robert Walser, Kleist, Lichtenberg, Büchner und den Brüdern Grimm, immer erst auch die Lieblingsbücher ihrer Klienten liest. „Désolé, patron“, werde ich in Zukunft sagen, wenn der Verleger auf Abgabe drängt, „I have to bone up on my Properz, so gern es mir leid täte, wa ey.“

Ich habe die Gegend unter sachkundiger Anleitung vom Bunch gewissenhaft durchgurkt, sogar mit der Dampfbahn, deren Hauptattraktion natürlich nicht der Dampf ist, sondern der Rauch. Alle geschlossenen Waggons sind für Schulen reserviert, die so feinfühlige Namen wie Jacques Prévert und Jean Moulin tragen, so daß man mit den offenen fahren muß, und wenn man aus dem Tunnel wieder rauskommt, sehen alle anderen ganz schwarz aus. „Du siehst ja aus“, sagt man dann.

Ich ja nicht.

„Touchez pas à ma table!“ schreit die Wurstverkäuferin, und ich bin ausnahmsweise nicht gemeint, denn ich sehe, als ich mich in einem Waschraum im Spiegel überprüfe, ausgesprochen manierlich aus. Manierlich, und auch irgendwie gut und ungewohnt. Jung. Nicht mal für schwarze Fingernägel hat es gereicht. Erst als eine Dame ihren schwarzen Scotch-Terrier umarmt und plärrt: „Mein schöner weißer Hund! Was haben sie mit dir gemacht“, wird mir bewußt, was Ihnen längst bewußt ist: Der Sott geht in die Haare, wenn es genug davon gibt, und so schön braunschwarzgetönt und gleichzeitig auch ein bißchen wie Michel Simon und Jean Gabin ...