DIE ZEIT

Die Wahlerfolge der PDS im Osten erschüttern das Parteiensystem auch im Westen: Die linke Mehrheit – eine Illusion

Darf es das geben, jetzt oder jemals: eine Koalition mit der PDS, die sich in Ostdeutschland zunächst stabil als Minderheitspartei etabliert hat? Oder bedeutet ein Ausgrenzen letztlich nur ein unfreiwilliges Fördern? Zwar haben die Sozialdemokraten ihr anfängliches Frohlocken über die neue Beweglichkeit im Kokettieren mit der Kooperation nach dem Magdeburger Wahlergebnis schnell wieder heruntermoderiert.

Bürgernah

Man kann’s dem Pöbel nicht recht machen. 1969, als die Blumenkinder im Hyde Park Ringelreihen tanzten und die freie Liebe priesen, befand auch das bis dato würdevoll zugeknöpfte britische Königshaus, es sei an der Zeit, mit der Zeit zu gehen.

Notizen

Erich währt am längsten. In Einheitsdeutschlands Buchhandlungen verstauben die sprachschänderischen Werke unserer demokratischen Führer, da stürmt ein Reißer ins Regal.

Chinas Ministerpräsident als Handlungsreisender: Bonn im Kotau

Kein anderer Politiker ist in China so verhaßt. Keiner wird so verachtet. "Nieder mit Li Peng!" Im zornigen Stakkato von hunderttausend Demonstranten hallte der Ruf nach dem Rücktritt des Ministerpräsidenten über Pekings breite Boulevards, damals, im Frühsommer 1989, ehe die Panzer kamen.

Überstanden

Mit sanfter Ironie schloß Richard von Weizsäcker seine Abschiedsrede: „Sie haben mich glücklich überstanden.“ Ganz ernsthaft darf man dies auch vom Übergang des Amtes auf Roman Herzog sagen: Er ging glücklich vonstatten.

Zeitspiegel

Um eine besonders didaktische Vermittlung des Aids-Problems bemühte sich im russischen Unterhaus, der Staatsduma, der Abgeordnete Wjatscheslaw Marytschew von Schirinowskis LDPR.

Jassir Arafats Rückkehr in die Heimat war begleitet von Beifall, aber auch von Ernüchterung. Statt aufputschender Reden erwartet sein Volk nun Arbeitsplätze und eine sichere Zukunft. Wird auch die Hamas-Bewegung Frieden finden?: Der lange Weg nach Palästina

A rafats erster Blickkontakt mit der Bevölkerung dauerte ganze drei Sekunden. Kaum war sein gepanzerter Mercedes über die ägyptische Grenze in den Gaza-Streifen gerollt und der kleine Mann mit der schwarzweißen Keffijah ausgestiegen, hatte ihn die fortdrängende Menschenmenge schon verschlungen.

Wolfgang Ebert: Beziehungskisten

Achtung! Das ist die erste Kolumne, die ganz im Geiste des neuen Bundespräsidenten steht. Sie verschreibt sich nämlich, wie Roman Herzog es empfiehlt, der leisen Töne und kommt ohne „nationales Trara, Fanfaren und Tschinellen“ aus, besonders ohne „Tschinellen“, was immer das auch sein mag.

Bonner Bühne: Klare und unklare Positionen

Manches ins Abseits gesprochene Wort macht dann doch noch Karriere – zum Beispiel der Begriff Einwanderungspolitik. „Wer das Stichwort Einwanderungspolitik tabuisieren will, weil er sonst ausländerfeindliche Ausschreitungen befürchtet“, hat Richard von Weizsäcker in seiner Abschiedsrede beim Präsidentenwechsel gesagt, „der stellt die Zusammenhänge auf den Kopf.

Jagdrevier Bernau

Sie nennen ihn Thang Rau Cao, das ist vietnamesisch und heißt „der Frischrasierte“. Sie sehen ihn jeden Tag, mehrmals, und immer hat er sich gerade rasiert.

Berlins Schulsenator drängt die Ostlehrer:: Go West!

BERLIN. – Lehrer aus dem Ostteil der Stadt sollen in den Westen wechseln, aber nur wenige wollen hin. „Nehmen Sie die Chance wahr, noch haben Sie die freie Auswahl!“ Was nach einem Werbeslogan der deutschen Klassenlotterie klingt, ist in Wahrheit ein amtlicher Appell – abgeschickt am 22.

BUCH IM GESPRÄCH: Chaos im Weißen Haus?

Journalisten gibt es, die können Gedanken lesen und durch Wände, wenn nicht gar Stahltüren sehen. Zu den Aufdeckern, bei denen sich Phantasie mit investigativem Eifer paart, zählt seit langem Bob Woodward.

Drucker: Leerzeit

Mit Donnerschlägen begann die Tarifrunde dieses Jahres, einigermaßen trist ist sie nun zu Ende gegangen. Erst kündigten, im Herbst, die Metallarbeitgeber die Urlaubsabkommen, dann folgten die spektakuläre Einigung auf die Vier-Tage-Woche bei VW sowie innovative Tarifwerke für Chemie- und Metallindustrie.

Seehofer: Lehrgeld

Was tun, wenn ein Volk sich überfrißt? Seit langem schon quält Horst Seehofer die Frage, wie er seine Landsleute zu einem gesünderen Lebenswandel bewegen kann.

Bonner Kulisse

Bundeswirtschaftsminister Günter Rexrodt (FDP) scheint einer Anhebung der Mineralölsteuer überraschend aufgeschlossen gegenüberzustehen: „Wenn wir weitere stufenweise Erhöhungen der Mineralölsteuer und eine Umlegung der Kraftfahrzeug- auf die Mineralölsteuer anpeilen, müssen wir das rechtzeitig sagen, damit die Industrie sich darauf einstellen kann“, erklärte der Minister Anfang der Woche auf einem Ökokongreß seiner Partei.

Abschied vom Amt

Die Resonanz war selbst im Ausland beachtlich. Als die Postreform nach jahrelangem Streit vergangene Woche tatsächlich die parlamentarische Hürde nahm, meldeten sich bei Helmut Ricke, dem Chef der Telekom, Kollegen aus aller Welt.

Manager und Märkte

Frankreich: Patrons in schlechtem Licht Pay-TV: Neue Allianz in Italien Ostdeutschland: Aus für die „Neue Zeit“

Eiern als Programm

Der Bau der Magnetschwebebahn Transrapid als Schnellverbindung zwischen Hamburg und Berlin spaltet die Nation in Befürworter und Gegner.

Sicherheitsbedenken

Der Eurotunnel zwischen Calais und Folkestone ist längst eingeweiht, und einige Lastwagen werden bereits hindurchbefördert. Mit dem Personen- und Pkw-Verkehr hapert es allerdings gewaltig.

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