Erich währt am längsten. In Einheitsdeutschlands Buchhandlungen verstauben die sprachschänderischen Werke unserer demokratischen Führer, da stürmt ein Reißer ins Regal. Der jüngst vollendete Autor hat „Moabiter Notizen“ hinterlassen, ein Gefängnistagebuch der unvergänglichen Art. Beim Honecker-Prozeß in Berlin-Moabit stand der Einzige wider die Welt, „und die Welt“, heißt es im Johannes-Evangelium, „hat ihn nicht erkannt.“ Kommt aber noch.

Es tut so wohl, daß Honecker im rechten Glauben starb. Erichs Treue rettete eine DDR, wie die Sieger der Geschichte sie noch lange brauchen. Denn wie beschrieben spätere Ethnologen die Welt der Rothäute, wäre selbst der Häuptling vor seinem Hintritt zu den weißen Gold- und Feuerwasser-Götzen konvertiert? Wer aber meuchelte die DDR? Rainer Eppelmann? Leider nein. Die Modrows und Schabowskis waren es, elende Handlanger Moskaus, die rücklings Gorbatschows Tartarenklinge führten. Die 89er Katastrophe geschah, „weil Teile unserer Partei an der Beseitigung des Sozialismus objektiv mitgewirkt haben, darunter sogar einige bewußte Verräter...“ Heute nennen sie sich PDS. Honeckers Vermächtnis lautet: Wählt sie nicht! C. D.