Um Warteschlangen an den Schaltern zu vermeiden, setzt die Bahn zunehmend auf elektronische Auskunft und auf Selbstbedienung. Wer nicht im Kursbuch blättern will, kann sich den Fahrplan auch als Diskette für den PC kaufen.

Wer eine Bahnfahrt plant, braucht Informationen über Zugverbindungen, Preise, Reisedauer. Diese Auskünfte mußte man bislang, wenn man nicht selbst im Kursbuch nachschlagen wollte, am Schalter oder per Telephon – mit gewöhnlich langen Wartezeiten – einholen. Inzwischen jedoch hat die Bahn ihr Auskunftssystem verbessert und informiert auf neuen Wegen.

Die Schalter am Bahnhof sind immer noch die wichtigste Anlaufstelle. Um die Wartezeiten zu verkürzen, richtete die Bahn vor knapp zwei Jahren sogenannte Universalschalter ein. Damit wurde in vielen Bahnhöfen die Trennung von Fahrkartenausgabe und Auskunft aufgehoben. Zwar spart man Zeit, weil man sich nicht zweimal anstellen muß, wer aber nur eine Auskunft braucht, muß teilweise länger warten als früher.

Bahnreisende, die im Reisebüro ihre Informationen einholen, müssen seit einigen Monaten in vielen Agenturen dafür zwischen zwei und zehn Mark je Verbindung bezahlen. Die Gebühr betrifft in der Regel allerdings nur diejenigen Kunden, die nicht gleichzeitig auch eine Fahrkarte kaufen.

Als neue, kostenlose Informationsquelle gibt es neuerdings in großen Bahnhöfen Selbstbedienungsautomaten. Die blauen Informationssäulen arbeiten im Dialogsystem: Man wählt dabei auf einem Bildschirm den Start- und Zielbahnhof, den Reisetag sowie die gewünschte Ankunfts- oder Abfahrtszeit mittels einer Drehscheibe aus und bestätigt jede einzelne Angabe per Knopfdruck. Danach zeigt der Monitor in wenigen Sekunden die Verbindungen mit allen Umsteigebahnhöfen sowie die Fahrzeit an. Eine Graphik mit Streckenführung hilft zusätzlich bei der Orientierung. Auf Wunsch druckt der Rechner die Ergebnisse auf Papier aus. Nur der Fahrpreis wird nicht ermittelt.

Den bekommt man jedoch bei der telephonischen Reiseauskunft mitgeliefert. Unter der einheitlichen Rufnummer 19 419 informiert die Bahn in Westdeutschland – in den neuen Bundesländern bislang nur in Berlin und Greifswald – über Zugverbindungen der deutschen Bahn und europäischen Nachbarbahnen. Man kann auch Fahrkarten bestellen und Plätze reservieren. Dabei entstehen nur die üblichen Telephonkosten.

Täglich gehen weit über 140 000 Anfragen ein. Nach Schätzungen der Bahn wären es sogar noch mehr, denn wegen besetzter Leitungen kommen nicht alle Anrufer durch. Deshalb investiert die Bahn rund 20 Millionen Mark vor allem in zusätzliche Telephonschaltungen. Weil dieser Dienst wegen der hohen Personalkosten teuer ist, verfolgt die Bahn langfristig eine neue Strategie: mehr Selbstbedienung.