Deutschland gegen Bulgarien. Spielstand eins zu eins. Matthäus als der deutsche Mittelfeldmotor tankt sich nach vorne und schlägt seine Flanke. Der Ball fliegt, Völler steigt empor, von einem bulgarischen Abwehrspieler, der klein ist, viel zu klein, nur mäßig bewacht. Völler trifft das Leder, Tor für Deutschland, zwei zu eins. Zwanzig Millionen deutsche Bundestrainer vor den Fernsehgeräten sind begeistert. Berti Vogts, ihr Primus inter pares. Die deutsche Mannschaft, Spiegelbild von uns allen. Erfolgreich, wenn es drauf ankommt. Ein Traum.

Matthäus tankte sich nicht durch. Der bulgarische Stürmer war größer als der deutsche Abwehrspieler, zwei zu eins für die Bulgaren. Die deutsche Mannschaft, ein Spiegelbild der Gesellschaft, nichts als Mittelmaß.

In New York ließen die Fußballgötter, einem unergründlichen Ratschluß folgend, im entscheidenden Moment den Ball auf dem Kopf eines gegnerischen Spielers namens Letchkov landen. Pech, nichts als Pech. Aber in Fußballdeutschland buchstabiert sich das wie Schuld. Köpfe müssen rollen. Das Spiel Deutschland gegen Bulgarien zur Europameisterschaft wird den Eiferern zeigen, ob es genug waren. hbk