Kaum ist die deutsche Mannschaft aus der WM geflogen, machen sich Sorgen breit. Dabei geht es nicht etwa um die geknickten Seelen der Klinsmänner oder Illgners. Auch Bertis Zukunft ist erst mal zweitrangig. Nein, es geht um Wichtigeres. Regelrecht geschäftsschädigend ist es nämlich, dieses unrühmlich frühe Ausscheiden des (Ex-)Weltmeisters. Welcher Privatsender soll jetzt noch den Kanzler zum Endspiel in die Staaten fliegen – zum Wohle von Einschalt- und Wählerquoten? Geschädigt sind auch ARD und ZDF. Da hatten sie sich wieder einmal auf Ballhöhe in der Zuschauergunst an die Privaten herangetrabt, schon bricht das Interesse weg. Beim ZDF sind wieder Werbezeiten frei. Und wer zählt die Abertausende Zusatzexemplare von Bild, die ohne Sammers Zipperlein und Möllers Befindlichkeit jetzt unverkauft bleiben? Ganz zu schweigen von den massenweise georderten original Nationaltrikots oder dem gezählten – gegen saftige Lizenzgebühr – mit WM-Emblemen bedrucktem Tinnef. Das Geschäft wäre mit dem Halbfinale erst so richtig in Schwung gekommen...

Was lernen wir daraus? Taktik. Mercedes und Coca-Cola wollen der Nationaltruppe „langfristig“ treu bleiben. Irgendwann wird schon wieder gewonnen. Die Schlaumeier von Adidas haben mit Schweden und Bulgarien zwei (von zehn) Werbeträgern unter die letzten vier gebracht. Und Berti besucht den Kanzler nun in Oggersheim – diesmal eben ganz heimlich. dhl