Die Angst vor den „Teufeln“ trieb sie in eine Hölle auf Erden. Zwei Millionen Ruander sind in einem gewaltigen Strom nach Zaire geflohen, aufgepeitscht von Hetzberichten im Regierungssender der Hutu über angebliche Massaker der nahenden „Rebellenteufel“ der Tutsi. Statt Rettung fanden die Flüchtlinge nur Hunger, Not und Gewalt. Erfahrene Helfer packt das nackte Entsetzen angesichts dieser Apokalypse, die siegreichen Rebellen der Ruandisch-Patriotischen Front (RPF) aber reden schon von Waffenstillstand und Wiederaufbau. Ein Schimmer der Hoffnung?

Die neuen Machthaber zeigen jedenfalls den Pragmatismus und die Disziplin, die sie schon als Militärstrategen bewiesen haben: An der Spitze der neuen Regierung stehen zwei moderate Hutu-Politiker, ein Mehrparteiensystem ist geplant, die Flüchtlinge werden zur Rückkehr aufgerufen.

Die Rebellen sind sicherlich keine Engel, auch wenn die Uno ihnen bescheinigt hat, den Völkermord nicht begangen zu haben. Aber sie sind die einzigen, die derzeit Ruanda aus der Hölle führen können. Dafür brauchen sie nicht nur diplomatische Anerkennung, sondern auch den Schutz und die Hilfe der Weltgemeinschaft. stz