Von Karin Kura

Möbel, Waschmaschinen, Kopierer, Ständer mit Textilien sind entlang blaßgelber Wände aufgereiht und mit rosa Zettelchen beklebt.

„Einen schönen guten Morgen, meine Damen und Herren!“ Im Versteigerungssaal des Amtsgerichts wird es mucksmäuschenstill. Alle Blicke richten sich auf das Podest.

Von dort eröffnet der Obergerichtsvollzieher pünktlich um neun Uhr morgens die Zwangsversteigerung.

„Hundertzwanzig!“ ruft er. Das Mindestgebot für ein gepfändetes Doppelbett.

Köpfe drehen sich zu der monströsen Schlafstatt. Gemurmel, zögerlich gehen zwei Arme hoch.

Hundertdreißig. Hundertvierzig. Die professionellen Händler steigen mit zartem Kopfnicken ein. Schließlich geht das Bett für zweihundertdreißig Mark Weg.