DIE ZEIT

Nur Mut

Dreißigtausend Todesurteile hat die Wehrmachtjustiz gegen Deserteure, „Wehrkraftzersetzer“, Kriegsdienstverweigerer und Selbstverstümmelte gefällt, mehr als zwanzigtausend vollstreckt – eine der Ungeheuerlichkeiten dieses Jahrhunderts.

Viel Feind

Mönchlein, du gehst einen schweren Gang. So möchte man Reinhard Höppner mit Luther zurufen, wenn er nun Sachsen-Anhalt regieren will.

Italien: Erste Krise der zweiten Republik: Das alte Muster

Auch nach einem Eigentor muß das Spiel noch nicht verloren sein. Und doch hat der Schuß, mit dem Silvio Berlusconi, der rechtsliberale "Revolutionär" Italiens, die Justiz aus dem politischen Großreinemachen verjagen wollte, seine eigene, ohnehin schillernde Glaubwürdigkeit als populärer Saubermann getroffen.

Auch Hilfe

Die Angst vor den „Teufeln“ trieb sie in eine Hölle auf Erden. Zwei Millionen Ruander sind in einem gewaltigen Strom nach Zaire geflohen, aufgepeitscht von Hetzberichten im Regierungssender der Hutu über angebliche Massaker der nahenden „Rebellenteufel“ der Tutsi.

Zeitspiegel

Der in die Türkei abgeschobene Kurde Riza Askin darf zurück in die Bundesrepublik. Das Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge entschied, den Ablehnungsbescheid vom November 1993 aufzuheben und eine erneute Anhörung zuzulassen.

Jacques Santer, der designierte EU-Präsident: Alter Spezi

Es kann kein reines Vergnügen sein, die Nachfolge eines Jacques Delors anzutreten. Der Präsident der Europäischen Kommission hat in seiner zehnjährigen Amtszeit Maßstäbe gesetzt, die jeden seriösen Kandidaten verunsichern müssen.

Bonner Bühne: Immer diese Ungewißheit

Was gäbe es denn in Bonn, das nicht zu kleinem Karo würde? Der Streit darüber, wer nach dem Karlsruher Urteil über Auslandseinsätze der Bundeswehr die Sondersitzung des Bundestages zuwege gebracht habe, ist genau von dieser Sorte.

Erstmals hat die Polizei waffenfähiges Plutonium in den Händen illegaler Händler gefunden. Nach dem Zusammenbruch der Atommacht Sowjetunion funktioniert die Kontrolle über die Weiterverbreitung von Kernwaffen weniger denn je. Fünf Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges bedrohen russische Mafiosi, machthungrige Despoten und ehrgeizige Militärs die Erde mit dem nuklearen Ernstfall: Bomben für die ganze Welt

Eine gute und eine schlechte Nachricht hatte Hans-Ludwig Zachert dem US-Senat in Washington mitgebracht. Zum Thema „Bedrohung durch die osteuropäische organisierte Kriminalität“ verkündete der Chef des deutschen Bundeskriminalamtes (BKA) erst einmal die schlechte: Ganz offenbar gebe es weltweit eine neue „Nuklearkriminalität“.

CDU und PDS gemeinsam: Hand in Hand

BOIZENBURG. – Elmar Wiener vom Bürgerbündnis war "erst mal von den Socken": Was sich da im Parlament seines mecklenburgischen Heimatortes abgespielt hatte, erstaunte und verärgerte ihn gleichermaßen.

Sommerliches aus deutschen Zoos (II): Graue Schoßtiere

HAMBURG. – Ach, wie grausam können Wunsch und Wirklichkeit im Leben auseinanderklaffen. Nehmen wir die Elefanten. Die sind nämlich, versichert Karl Kock, der als „Elefantenmann“ des Tierparks Hagenbeck eine Hamburger Institution ist, „so verschmust, daß sie einem am liebsten auf den Schoß kämen“.

BUCH IM GESPRÄCH: Außer Kontrolle

Eine Treibjagd durchs nächtliche São Paulo: „Hände halten Maschinenpistolen fest umklammert. Zwei Körper ragen immer weiter aus dem Streifenwagen heraus.

Umwelt und Entwicklung: Im Süden des Planeten wächst die Bevölkerung, im Norden der Luxus. Eine Vision vom neuen Wirtschaften soll nun den Sprengsatz entschärfen – "Nachhaltigkeit": Die Last der Hedonisten

Ulm war natürlich schon immer eine Reise wert: Stadt mit dem höchsten Kirchturm und der kürzesten Straßenbahn der Welt; Geburtsort des Genies Albert Einstein und Lebensstätte von Albrecht Berblinger, dem ersten Menschen, der schon vor mehr als 180 Jahren ernsthafte Flugversuche unternahm; lebensfrohe Messe- und Wissenschaftsstadt am Rande der Schwäbischen Alb, kurz: eine "ungewöhnliche Stadt", wie die Touristenwerber versprechen.

Der neue Finanzplan der Regierung läßt gravierende Risiken unberücksichtigt: Mut zur Lücke

So einen Finanzminister wünschen sich die Steuerzahler in der Bundesregierung: Er legt für das nächste Jahr einen „Sparhaushalt“ vor, denn schließlich bleiben die Mittel wegen der noch nicht bewältigten Folgen der deutschen Einheit knapp; er begrenzt die Belastungen von Bürgern und Unternehmen soweit wie möglich, und trotz anlaufenden Wahlkampfes verschweigt er nichts, „was nach der Wahl auf die Bürger zukommt“.

Bonner Kulisse

Kleine Ursache, große Wirkung. Das Krefelder Landgericht entschied, daß Bürger Rudolf Brincks Anspruch auf Rückzahlung von 8,54 Mark durch die Stadtwerke AG hat.

Microsoft: Vergeblich

Darf man den markigen Worten der Wettbewerbshüter in Brüssel und Washington glauben, dann ist ihnen ein großer Sieg im Namen der Marktwirtschaft gelungen.

Rinderwahn: Verdächtig

Hände weg vom Rinderbraten? Diese Frage werden sich viele Verbraucher wohl noch intensiver stellen, nachdem die europäischen Agrarminister am vergangenen Dienstag einen Beschluß gefaßt haben, mit dem sie eigentlich vor BSE-verseuchtem Rindfleisch schützen wollten.

Panik nach dem Frost

Brasilien sorgte in diesen Tagen gleich doppelt für Aufregung. Während seine Fußballer in Los Angeles in der sengenden Sonne kräftig schwitzen mußten, um Weltmeister zu werden, kamen aus der Heimat ganz andere Nachrichten: Nachtfröste, die die brasilianischen Bundesstaaten Paraná, São Paulo und Minas Gerais Ende Juni und Anfang Juli heimsuchten, sorgten in der internationalen Kaffeewelt für regelrechte Panik.

Rudolf Engen: Soldat 2000

Immer wenn Bundesverteidigungsminister Volker Rühe zu Reformschritten antritt, geht es ihm wie beim Truppenbesuch in Somalia: Er kommt ins Stolpern.

Markt-Report: Noch nicht gebannt

In den deutschen Wertpapierbörsen hat sich das Klima aufgehellt. Ursachen sind die Stabilisierung des Dollar sowie der gestoppte Zinsanstieg am Rentenmarkt.

Manager und Märkte

Spiegel-Verlag: Das Imperium schlägt ein bißchen zurück Buderus: Kaum entronnen, schon übernommen Super-RTL: Der dritte Streich aus Luxemburg

Wann stirbt der Mensch?: Kontroverse Hirntod

Die jahrhundertealte Diskussion um den Scheintod lebt wieder auf. Sie ist sinnlos, denn der Hirntod geht dem Tod der anderen Organe in der Regel nur wenige Minuten voraus“, schrieb Hans Harald Bräutigam an dieser Stelle vor zwei Wochen (ZEIT Nr.

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