Professorinnen von morgen

Noch immer gelingt nur wenigen Frauen der Sprung in die Spitzenpositionen von Wissenschaft und Forschung. An den nordrhein-westfälischen Hochschulen etwa sind nur 6,5 Prozent aller Professuren mit Frauen besetzt. Um die Zahl der Professorinnen zu erhöhen, richtete NRW-Wissenschaftsministerin Anke Brunn (SPD) 1991 ein Stipendienprogramm ein, das seitdem besonders qualifizierte Wissenschaftlerinnen bei ihrer Habilitation finanziell unterstützt. Drei Jahre später kann sich die Zwischenbilanz des nach der jüdischen Atomphysikerin und Emigrantin Lise Meitner (1878-1968) benannten Programms sehen lassen. Die ersten fünf Stipendiatinnen haben ihre Habilitation bereits erfolgreich abgeschlossen, eine Aachener Neurolinguistin konnte inzwischen sogar einen Lehrstuhl übernehmen. Insgesamt wurden seit dem Start des bundesweit einmaligen Programms 62 „Professorinnen von morgen“ mit mehr als acht Millionen Mark gefördert.

Studienzentrum für Blinde

Mit einem „Studienzentrum für Sehgeschädigte“ (SZS) eröffnet die Universität Karlsruhe Blinden und hochgradig Sehbehinderten Studienmöglichkeiten und Berufsfelder, die ihnen sonst meist nicht zugänglich sind. Dreißig Sehgeschädigte studieren inzwischen in Karlsruhe – vor allem die Fächer Informatik und Wirtschaftsingenieurswesen – und können im SZS mit Hilfe von Braille- und Sprachausgaben, Scannern und Vergrößerungssystemen ihr Studienmaterial bearbeiten. Die ersten von ihnen haben ihr Studium jetzt erfolgreich abgeschlossen und dank studienbegleitender Praktika sogar gute Berufschancen. Im Rahmen von Austauschprogrammen arbeitet das Zentrum eng mit Hochschulen in Dresden, Linz, Prag und Bratislava zusammen. Auch amerikanische Universitäten zeigen Interesse an der Arbeit des SZS, und im kanadischen Ontario wird demnächst ebenfalls ein Studienzentrum für Sehgeschädigte nach Karlsruher Vorbild eingerichtet.