Am Time-sharing scheiden sich die Geister. Die Anbieter halten es für eine interessante Kombination aus Pauschalurlaub und Ferieneigentum – die Verbraucherschützer warnen vor dem Erwerb langjähriger Ferienwohnrechte.

Mehrere Verbraucherzentralen hatten Ende Junii in einer spektakulären Aktion auf deutschen Flughäfen abreisende Touristen vor dem Abschluß eines Timesharing-Vertrages während der Ferien gewarnt. „Generell überteuert“ und eine „miserable Geldanlage“ nennen die Verbraucherschützer das Geschäft, bei dem Nutzungsrechte an einer Ferienwohnung im In- oder Ausland verkauft werden.

Wer unterschreibt und zahlt, erwirbt für 20 bis 99 Jahre das Recht, ein bestimmtes Apartment beispielsweise in derselben Kalenderwoche jeden Jahres zu bewohnen. Für das einwöchige Nutzungsrecht werden je nach Komfort und gebuchtem Zeitraum zwischen 5000 und 20 000 Mark verlangt.

„In der Regel ist Pauschalurlaub billiger“, meint Mechthild Winkelmann von der Verbraucherzentrale in Düsseldorf und weist auch daraufhin, daß jährlich durchschnittliche Nebenkosten von 600 Mark hinzukommen und die Anreise jedesmal extra zu bezahlen ist.

Die Verbraucherzentrale appellierte an die Urlauber, „nicht auf die Lügen und Halbwahrheiten“ der Vertreter und Schlepper hereinzufallen, die in der Hochsaison in den Feriengebieten am Mittelmeer auf Kundenfang gehen. Als weitere Vertriebsmethode werden häufig Gewinnspiele eingesetzt, die beispielsweise als „Ferienbefragung“ getarnt sind. Allein in Nordrhein-Westfalen beschweren sich wöchentlich 600 Menschen über die dubiosen Verkaufsveranstaltungen, bei denen die Teilnehmer, so Winkelmann, „in stundenlangen Gesprächen weichgeklopft werden“.

Beim Abschluß der Verträge sind die Käufer, anders als bei Haustürgeschäften, bislang noch nicht durch ein gesetzliches Rücktrittsrecht geschützt. Außerdem sei das Immobilienrecht in den Ländern am Mittelmeer für die Kunden oft schwer verständlich. Eine entsprechende EU-Richtlinie ist jedoch in Vorbereitung und könnte noch in diesem Herbst in Kraft treten.

Beim deutschen Marktführer, der Metro Finanz & Service in München, hält man die Aktionen der Verbraucherschützer für eine ungerechtfertigte Kampagne. Die Tochtergesellschaft des Handelskonzerns betreibt ihre sieben Clubanlagen in Süddeutschland, Österreich und Südtirol. „Wir legen Wert darauf, daß unsere Objekte mit dem Auto zu erreichen sind“, sagt Geschäftsführer Leonhard Dörr.