Hände weg vom Rinderbraten? Diese Frage werden sich viele Verbraucher wohl noch intensiver stellen, nachdem die europäischen Agrarminister am vergangenen Dienstag einen Beschluß gefaßt haben, mit dem sie eigentlich vor BSE-verseuchtem Rindfleisch schützen wollten. Doch der Kompromiß ist faul. Er akzeptiert zwei Sorten von britischem Beef: Fleisch mit und ohne Knochen. Ersteres darf nur exportiert werden, wenn es in der Herde des Schlachtviehs sechs Jahre lang keinen BSE-Fall gab. Fleisch ohne Knochen aber kann auch aus BSE-befallenen Herden kommen. Damit werden alle Filets verdächtig.

Die Brüsseler Entscheidung zum Rinderwahnsinn ist inkonsequent. Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer hatte in einer nationalen Verordnung zum Beispiel vorgesehen, daß das Fleisch von älteren Tieren generell nicht mehr importiert werden darf. Brüssel aber kennt keine Altersgrenze.

Nun hat Bonn dem Kompromiß zugestimmt und marschiert damit wieder im europäischen Gleichschritt. Im Binnenmarkt ist ein Alleingang politisch eben nicht akzeptabel, auch wenn dabei die Gesundheitsvorsorge auf der Strecke bleibt. Doch die Bonner Initiative hat wenigstens die Verbraucher sensibilisiert. Für sie kann jetzt nur noch gelten: Im Zweifel besser Verzicht. Und das schadet der gesamten Branche. rz