Geiselnahme ist ein schweres Verbrechen und muß hart bestraft werden. Das wird auch die Folge der Revolte algerischer Abschiebehäftlinge im Kasseler Untersuchungsgefängnis sein. Allerdings: Die Abschiebehaft muß menschenwürdig sein. Sie ist nicht dazu bestimmt, Ausländerbehörden die Arbeit zu erleichtern, urteilten Frankfurter Richter erst im Januar.

Doch zu diesem Zweck wird sie immer wieder beantragt. Ein abgelehnter Asylbewerber besitzt oft keinen Paß, mitunter aus eigener Schuld. Gerade Algerier müssen deshalb lange einsitzen. Die Abschiebehaft kann dann bis zu achtzehn Monate dauern, weil Algier sich mit der Ausstellung von Ersatzdokumenten viel Zeit läßt.

Das endlose Warten in engen Zellen, die Angst vor einer ungewissen Zukunft drücken aufs Gemüt dieser Menschen, die keine Straftäter sind. Viele bekommen keinen Besuch, wissen nicht, was aus ihren Familien geworden ist. Oft haben sie nicht einmal ein paar Groschen fürs Telephon. Arbeit gibt es für die meisten Abschiebehäftlinge auch nicht, es fehlen Betreuer. So entstehen Langeweile, Wut und Verzweiflung. Eine gefährliche Mixtur, die immer wieder explodieren kann, wenn man sie nicht schnell entschärft. mak