Als typisches Agrarland ist Ungarn für den ländlichen Tourismus wie geschaffen. In fast allen Gegenden besteht die Möglichkeit, sich in Bauernhöfen ein Zimmer mit Bad zu mieten. Und die Preise sind günstig.

Die sprichwörtliche ungarische Gastfreundschaft erlebt der Besucher nicht in den touristisch voll vermarkteten Lokalen mit Zigeunermusik und Pappmaché-Folklore, sondern vor allem in den kleinen Gemeinden auf dem Land, wo Sonnenblumenfelder, Ziehbrunnen und Herden von Graurindern zum Ortsbild gehören.

In fast allen Gegenden des Landes sind rustikale Häuser, in denen Zimmer mit Bad und WC vermietet werden, zu finden. Manchmal räumt der Gastgeber auch sein „feines Zimmer“ (fast immer mit TV) für die Besucher. Im Übernachtungspreis ist das Frühstück inbegriffen, und nach Absprache kocht die Hausfrau auch ein Mittag- oder Abendessen für die Gäste.

Die Kosten für einen Landaufenthalt in Ungarn sind gering: So zahlt der Gast zum Beispiel in den Dörfern Högyész oder Szakäly im Südwesten des Landes 20 Mark pro Nacht, zum Frühstück gibt es Käse und Wurst, hausgemachte Marmelade, Salami, Paprikaschoten und ein Ei frisch aus dem Hühnerstall. Für eine Hauptmahlzeit werden 8,50 Mark berechnet, Getränke inbegriffen.

Selbstverständlich sind die Unterkünfte sehr unterschiedlich. Man kann einen ganzen Einödhof, zum Beispiel in der Pußta in der Nähe von Szeged, mieten oder ein schilfbedecktes altes Fischerhaus mit zwei Doppelzimmern in der Ortschaft Csongräd. Im Dorf Györköny, ebenfalls im Südwesten, überläßt der Bürgermeister sein Preßhaus im Weinberg den Gästen. Unterm Dach liegt ein Appartement mit Küche, und wenn der Besucher Durst bekommt, kann er sich den Wein gleich aus dem Keller holen. Die Tagespreise betragen zwischen 55 und 99 Mark.

Radtouren und Wanderungen bieten sich in dieser dörflichen Gegend an. Meistens gibt es Reitmöglichkeiten, Tennisplätze oder auch ein Schwimmbad in erreichbarer Nähe.

In Ungarn sind die Entfernungen gering. Eine größere Stadt oder der Plattensee liegen meist im 100-Kilometer-Radius.