Aus dem Stimmengewirr im Happy Holiday-Reisebüro, wo die letzten Sommerbuchungen abgewickelt werden, schnappten wir einige aufschlußreiche Satzfetzen auf:

„Im Grunde flüchten wir morgen doch nur nach Acapulco, um uns möglichst weit weg von den Horrorstories über die neue Armut in Deutschland zu erholen.“

„Wir buchen gerade eine out of areo-Pauschalreise, um uns an der Adria und später auch in Ruanda und auf Haiti von den zukünftigen Friedenseinsatzgebieten unseres Sohnes Thomas ein Bild zu machen.“

„Durch ihre WM-Niederlagen gegen Italien und Schweden haben uns die Bulgaren zusätzlich so gedemütigt, daß sie diesmal auf uns als Badegäste an ihrer schönen Schwarzmeerküste leider verzichten müssen.“

„Als brave Deutsche verbringen wir unseren Urlaub in der zurückgewonnen Uckermark, wo wir das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden, indem wir die vielköpfige Familie, die noch immer unser Alteigentum verwohnt, nach Leibeskräften schikanieren.“

„Als alter Soldat schätzt es mein Mann sehr, wenn es im Urlaub um ihn herum knallt und scheppert, darum machen wir gewöhnlich Urlaub in Irland, bei den Basken oder in der Türkei, buchen nun aber wegen der explodierenden Mülltonnen nach Lindos auf Rhodos um.“

„Wir nehmen die ermutigenden Worte von Präsident Bill Clinton in Berlin, der uns Deutsche dazu anspornte, selbstbewußter aufzutreten, ganz wörtlich und buchen eine Chartermaschine nach Paris, wo unser Kegelklub im lockeren Marschschritt ganz unverkrampft über die Champs-Elysees paradieren will.“