Vor den Bundestagswahlen im Oktober gerät Postminister Wolfgang Bötsch von allen Seiten unter Druck. Ärger macht ihm vor allem sein Kollege aus dem Wirtschaftsressort: Günter Rexrodt. Der drängt darauf, unbedingt noch das Monopol des Postunternehmens Briefdienst bei den Massendrucksachen, auch Infopost genannt, zu knacken. Dafür macht sich hinter den Kulissen vor allem der Quelle-Chef Klaus Mangold stark. Er würde nämlich gerne in das Geschäft einsteigen. In der zweiten Augusthälfte werden sich Bötsch und Rexrodt noch einmal treffen, um über die Lizenzvergabe zu entscheiden. Mangold hat also berechtigte Hoffnung auf ein stattliches Wahlgeschenk.

Gerangelt wird derzeit ebenso heftig um das alte, aber profitable C-Funknetz der Telekom. Der Vorläufer des modernen Dl-Netzes hat noch rund 750 000 Kunden, die einen Umsatz von fast zwei Milliarden Mark einbringen. Bötsch will es der DeTeMobil übereignen, also der Mobilfunktochter der Telekom. Eine Expertengruppe soll den Preis festlegen, den DeTeMobil-Chef Lothar Hunsel seiner Muttergesellschaft überweisen soll. Den Rivalen, wie beispielsweise Mannesmann-Mobilfunk, gefällt dieses Verfahren ganz und gar nicht. Sie sähen es am liebsten, wenn das Netz am freien Markt angeboten würde. Die Lizenz für das C-Netz, welche die DeTe-Mobil nur vorläufig erhalten hat, läuft Ende September aus.

Der Kunde ist bekanntlich König – auch im Milliardengeschäft der Wiederaufarbeitung von Brennelementen aus Atomkraftwerken. Und der französische Nuklearkonzern Cogéma scheint nicht einmal davor zurückzuschrecken, seine Auftraggeber mit illegalen Angeboten an sich zu binden. Das behauptet zumindest die Umweltorganisation Greenpeace.

Lange Zeit war die Wiederaufarbeitung für die Cogéma ein todsicheres Geschäft: Sie diente in der Bundesrepublik als einziger Nachweis für die Entsorgung des Atommülls – Bedingung für die Betriebsgenehmigung eines Meilers. Da die deutsche Atomindustrie auf eine eigene Anlage verzichtet hatte, mußte sie ihre Brennelemente zur Cogéma nach La Hague schicken.

Seit kurzem gilt aber auch die direkte Endlagerung als Entsorgungsnachweis. Deswegen will die Cogéma ihre deutschen Kunden offenbar mit Sonderkonditionen halten, wie aus einem internen Papier hervorgeht, das Greenpeace zugespielt wurde: Plutonium und schwach radioaktiver Atommüll, beides Wiederaufarbeitungsprodukte, könnten zum Beispiel in Frankreich bleiben.

Das aber verstößt gegen das französische Atommüllgesetz von 1991, meint die Umweltorganisation: Danach müßten alle Produkte, wie sie bei der Wiederaufarbeitung anfallen, wieder in das Land des Auftraggebers zurückgeschickt werden. Reaktion der Cogéma: Bei dem Papier handle es sich nur um das Ergebnis eines Brainstormings.

Wer wird den Zuschlag erhalten? Diese bange Frage stellen sich derzeit die 4800 Mitarbeiter von Kässbohrer, dem drittgrößten Omnibusbauer im Lande. Nachdem der Familienclan das Traditionsunternehmen ins finanzielle Chaos gesteuert hat, muß es jetzt an einen finanzkräftigen Konzern verkauft werden. Die Chancen stehen gut, denn die Qualität der Busse aus dem Hause Kässbohrer genießen weltweit ein guten Ruf.