Wirklich gute Nachrichten aus der Treuhandanstalt sind rar. Die Breuel-Behörde nimmt denn auch jede Gelegenheit war, ihre Leistung ins rechte Licht zu rücken. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft allerdings nicht selten eine Lücke, etwa in der leidigen Finanzierungsfrage. Zwar ist es durchaus erfreulich, daß der Schuldenberg, den die Anstalt am Jahresende hinterläßt, um rund fünf Milliarden Mark niedriger ausfällt als erwartet. Die Privatisierungsarbeit ist hierfür aber am wenigsten verantwortlich. Tatsächlich profitiert die Anstalt in erster Linie einfach von der günstigen Zinsentwicklung.

Ohnehin taugt das Defizit nicht als Erfolgsmaßstab. Zum einen hat Finanzminister Theo Waigel die Treuhand systematisch als Schattenhaushalt mißbraucht. Zum anderen wird sich nie schlüssig nachweisen lassen, ob die Behörde nicht noch sparsamer hätte wirtschaften können. Für einen endgültigen Kassensturz ist es zudem viel zu früh. Die Lasten, die noch die Treuhandanstalt trägt, werden künftig die Etats von Bund und Ländern strapazieren – viele Jahre lang. neu