Die jüngste Nachricht aus Brüssel dürfte Helmut Kohl zu Tränen gerührt haben: Die ostdeutschen Bundesländer, meldeten die Euro-Statistiker, holen mächtig auf. Trugen die Ostdeutschen im Jahr 1991 nur magere 1,7 Prozent zur Wirtschaftsleistung der Europäischen Union bei, so waren es 1993 schon 2,6 Prozent. Und nun schicken sie sich sogar an, den letzten Platz auf der EU-Wohlstandsskala an Griechenland abzugeben. Während die Wirtschaftsleistung der Helenen bei gut 50 Prozent des EU-Durchschnitts stagnierte, lagen ihnen die Ostdeutschen im vergangenen Jahr mit 49,1 Prozent schon dicht auf den Fersen. Freuen kann sich darüber nicht nur der Einheits-Kanzler. Denn erst durch die frohe Botschaft aus Brüssel erfahren wir alle, was Kohl damals vorschwebte, als er den Ostdeutschen die Zukunft versprach: blühende griechische Landschaften. Das hätte er auch gleich sagen können. Dann hätte man rechtzeitig damit beginnen können, von der Ostsee bis zum Thüringer Wald Olivenbäume zu pflanzen. Die hätten vielleicht schon mal geblüht, wenn auch die Früchte erst später reifen.