Jahr für Jahr geraten Tausende deutscher Urlauber im Ausland mit der Polizei in Konflikt. Um Geld- oder gar Haftstrafen zu entgehen, sollten Touristen die Gesetze ihres Gastlandes nicht nur kennen, sondern auch einhalten.

Bußgelder in Millionenhöhe müssen deutsche Urlauber jedes Jahr im Ausland zahlen. Für viele enden die Ferien sogar auf einer Polizeistation oder in einer Gefängniszelle. Daß es so weit kommt, liegt fast immer daran, daß die Urlauber die Gesetze ihres Gastlandes nicht kennen oder aber leichtfertig mißachten.

Letzteres gilt vor allem bei Geschwindigkeits- und Promille-Regelungen. Sie werden von deutschen Touristen besonders häufig überschritten – zumeist in der irrigen Annahme, daß dies nur ein „Kava liersdelikt“ sei. Die Automobilverbände und auch das Auswärtige Amt raten dagegen allen Urlaubern, die jeweiligen Verkehrsvorschriften strikt zu befolgen. Anders als in Deutschland gilt in zahlreichen Ländern ein verbindliches Tempolimit das mitunter deutlich unter den hierzulande üblichen Richtlinien liegt: So sind etwa auf niederländischen Autobahnen maximal 120 Stundenkilometer; in Dänemark 110, in der Türkei 90 und auf Malta sogar nur 64 Stundenkilometer erlaubt.

Strenger als bei uns sind häufig auch die ausländischen Promille-Regelungen: In zahlreichen – darunter auch west- und nordeuropäischen – Ländern gilt eine Obergrenze von 0,5 Promille, in den osteuropäischen Staaten, aber auch in der Türkei und auf Zypern sogar ein absolutes Alkoholverbot am Steuer.

Wer diese Vorschriften mißachtet, muß mit hohen Bußgeldern, Führerscheinentzug oder der Stillegung seines Wagens rechnen. Rasern und Alkoholsündern, die einen Unfall verursachen, drohen fast überall lange Haftstrafen.

In den als Urlaubsländer immer beliebteren Staaten Osteuropas geraten darüber hinaus Jahr für Jahr zahlreiche Urlauber wegen Devisenvergehen in Konflikt mit Polizei und Justiz. Hier dürfen die jeweiligen Währungen weder ein- noch ausgeführt werden, so daß sich Gäste die benötigten Banknoten und Münzen im jeweiligen Land besorgen müssen. Das Auswärtige Amt rät dringend davon ab, osteuropäische Währungen aus Deutschland einzuführen oder auf dem Schwarzmarkt umzutauschen – schon bei geringen Devisenvergehen drohen empfindliche Geld- oder sogar Haftstrafen.

Ebenso genau wie Verkehrs- und Devisenvorschriften sollten Urlauber auch eventuelle Photographierverbote beachten. Vor allem militärische Anlagen, in vielen Ländern aber etwa auch Flughäfen, dürfen nicht abgelichtet werden. Wer sie dennoch knipst, läuft Gefahr, wegen Spionageverdachts festgenommen zu werden.