Gegen den Angeklagten, einen allseits beliebten und erfolgreichen Lehrer, der sich im Dienst nie einer Verfehlung schuldig gemacht hat, wurde 1975 wegen seiner Tätigkeit für die NPD ein Disziplinarverfahren eingeleitet..."

"Der politisch rechtsstehende Angeklagte ist kein Antisemit im Sinne der nationalsozialistischen Rassenideologie, die den Juden in letzter Konsequenz das Lebensrecht abgesprochen hat; er verurteilt vielmehr die Entrechtung und Verfolgung... Aufgrund seiner betont nationalen Einstellung jedoch nimmt er den Juden ihr ständiges Insistieren auf dem Holocaust und die von ihnen aufgrund desselben auch nach nahezu fünfzig Jahren nach Kriegsende immer noch erhobenen finanziellen, politischen und moralischen Forderungen Deutschland gegenüber bitter übel. Er ist der Auffassung, daß in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern ein Massenmord an Juden jedenfalls mittels Vergasens nicht stattgefunden hat."

"(Der Angeklagte) hält es für geboten, auch als gesichert geltende historische Thesen immer wieder mittels der Forschung zu überprüfen ..."

"Der Angeklagte (wußte) schon lange, daß es im hiesigen Rechtskreis strafbar ist, den Massenmord an Juden... in Abrede zu stellen."

"Zwar mag man der Auffassung sein, daß der Angeklagte ein berechtigtes Interesse wahrgenommen hat, indem er bestrebt war, die nach Ablauf fast eines halben Jahrhunderts immer noch auf den Holocaust gegen Deutsch-, land erhobenen Ansprüche abzuwehren, jedoch hat er dazu nicht das erforderliche und angemessene Mittel eingesetzt... Es hätte zur Verfolgung des von ihm angestrebten Zweckes völlig ausgereicht, auf die lange, seit der nationalsozialistischen Judenverfolgung verstrichene Zeit, den Umfang der bereits erbrachten deutschen Sühneleistungen sowie die ungesühnten und unbereuten Massenverbrechen anderer Völker hinzuweisen."

"Die Unbestraftheit des Angeklagten (fällt) um so positiver ins Gewicht, als er schon seit Jahrzehnten in der aktiven Politik und in härtesten politischen Auseinandersetzungen steht, die eine hochgradige Versuchung bilden, das Strafrecht zu mißachten... Nicht außer Acht gelassen wurde auch die Tatsache, daß Deutschland auch heute noch, rund fünfzig Jahre nach Kriegsende, weitreichenden Ansprüchen politischer, moralischer und finanzieller Art aus der Judenverfolgung ausgesetzt ist, während die Massenverbrechen anderer Völker ungesühnt blieben, was, jedenfalls aus der politischen Sicht des Angeklagten, eine schwere Belastung des deutschen Volkes darstellt... Schließlich wurde auch das schwere Lebensschicksal des Angeklagten nicht außer Acht gelassen, der nach langer erfolgreicher Tätigkeit als Lehrer diesen seinen geliebten Beruf aufgeben mußte und jetzt auf eine dürftige Existenz angewiesen ist... Daß er es danach nicht über sich brachte, seine Bindungen an die NPD mit der nötigen Konsequenz zu lösen, wertet die Kammer als Folge einer zu respektierenden Gewissensentscheidung."

"Der Angeklagte hat in der Hauptverhandlung einen guten Eindruck hinterlassen. Es handelt sich bei ihm um eine charakterstarke, verantwortungsbewußte Persönlichkeit mit klaren Grundsätzen; seine politische Überzeugung, die ihm Herzenssache ist, verficht er mit großem Engagement und erheblichem Aufwand an Zeit und Energie ... Einem so gearteten Manne glaubt die Kammer das Bekenntnis zur Rechtstreue, das er in der Hauptverhandlung abgelegt hat, und hat daher keine Bedenken, ihm eine günstige Sozialprognose zu stellen."

"Diese intellektuelle Ausstattung wird dem Angeklagten auch künftig helfen, strafrechtliche Verstrickungen zu vermeiden, so wie sie es auch bisher – mit einer einzigen Ausnahme – getan hat. Bei all dem übersieht die Kammer nicht, daß von ihm auch in Zukunft weder eine Änderung seiner politischen Einstellung im Allgemeinen noch seiner Auffassung zum Holocaust im Besonderen zu erwarten ist."