Von den 267 zur Hilfsaktion nach Ruanda entsandten Ärzten, Medizinstudenten und Krankenschwestern sind 44 hilflose Helfer vorzeitig zurückgekehrt: Am Einsatzort in den Flüchtlingslagern funktionierte nichts – weder die Organisation noch die ausreichende Versorgung mit den richtigen Medikamenten.

Die blamable Panne hätte sich vermeiden lassen, wenn Care nicht zum Wettlauf um die Nächstenliebe gestartet wäre. Wer als erster am Einsatzort ist, den bewundert das Fernsehen, und Spenden fließen reichlicher.

Unter der Hast leidet die professionelle Vorbereitung für den Einsatz. Ein Dr. med. vor dem Namen reicht als Qualifikation für Noteinsätze in Krisengebieten allein nicht aus. Da hilft auch nicht das Lehrbuch im Gepäck. Die Kenntnisse für Krisenhilfe sollten im Studium oder in der ärztlichen Weiterbildung vermittelt werden. Geschieht das nicht, dann scheitern die freiwilligen Helfer ausgerechnet dann, wenn sie gebraucht werden. Care hat sich bei der Versendung von Hilfsgütern große Verdienste erworben. Da spielt freilich nur die Quantität eine Rolle, bei medizinischem Personal hingegen ist erprobte Qualität gefragt. HHB