Studien in Potsdam

Das Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien in Potsdam, gegründet 1992, legt ein flottes Tempo vor. Ab dem Wintersemester 1994/95 kann man erstmals an der Universität Potsdam im Hauptfach den Studiengang Jüdische Studien belegen und nach neun Semestern mit dem M.A. abschließen. Bei dem interdisziplinären Studium werden jüdische Religion, Sprachkurse in Hebräisch und Jiddisch, Seminare und Vorlesungen in Literatur und Philosophie, Geschichte, Psychologie und Linguistik angeboten. Die Universität Duisburg verwirklicht ähnliche Pläne: Als Nebenfach beginnen dort Jüdische Studien im Sommersemester 1995, und die Gelder für drei Hauptfachprofessuren sind schon bewilligt.

Premiere in Hamburg

Maze – Jüdisches Journal aus Hamburg nennt sich eine neue Vierteljahreszeitschrift, deren hebräischer Titel Maze – Was gibt’s Neues? – sich überwiegend auf die Hansestadt beziehen soll. Feste Rubriken bringen Portraits, unbekannte Dokumente und Schwerpunkte aus der Geschichte der Hamburger Juden nebst einer fortlaufenden Bibliographie, Veranstaltungskalender und Nachrichten aus der jüdischen Gemeinde.

Darüber hinaus werden auf den rund vierzig Seiten jüdische Bibliotheken, Zeitschriften und Institute aus dem deutschsprachigen Raum vorgestellt. Mitherausgeber ist der Verein ehemaliger Hamburger, Bremer und Lübecker in Israel (Postfach 32 31 48, 20116 HH).

Jüdischer Neujahrstag

Wenn am Abend des 6. September drei Sterne am Himmel stehen, beginnt nach jüdischem Verständnis der neue Tag, der diesmal ein besonderer ist: Rosch Ha-Schana, der jüdische Neujahrstag, mit dem für gläubige Juden das Jahr 5755 seit Erschaffung der Welt beginnt.

Zwei Tage wird gefeiert, dann folgen zehn Bußtage bis Yom Kippur, dem größten jüdischen Feiertag. Das Judentum kennt weniger heilige Orte als einen Festkalender, der seit über zweitausend Jahren die kollektive Erinnerung an entscheidende Zeiten wachhält, ein Phänomen, das der New Yorker Professor Yosef Yerushalmi in seinem neuen Buch facettenreich ausgebreitet hat: „Ein Feld in Anatot. Versuche über Jüdische Geschichte“ (Verlag Klaus Wagenbach).