Ich kann nicht. Ich pack’s einfach nicht“, stöhnte Ingo, „ich käme mir einfach zu schäbig vor.“

Ich rüttelte ihn: „Du mußt dich überwinden. Es ist kinderleicht: Du gehst also am 16. Oktober mit deinem Wahlschein in dein Wahllokal, läßt dir die Stimmzettel geben, betrittst damit eine Wahlkabine und machst dort, wo CDU steht, ein Kreuz.“

„Du mutest mir zu, die CDU zu wählen?“

„Ja, damit Kohl Kanzler bleibt, mußt du die CDU-Kröte schlucken.“

„Ich habe dreißig Jahre lang die SPD gewählt!“ muckte Ingo auf.

„Das wird dir niemand vorwerfen. Irren ist menschlich. Ingo, du kannst mir glauben: Da ist keiner unter uns Rinken für Kohl‘, der sich nicht vor sich selber ekelt.“

„Und warum soll auch ich mich noch vor mir ekeln?“