• "Wired" kommt aus San Francisco und ist das Blatt, das die digitale Revolution erklärt

Von Aaron Koenig

Get Wired! Branchez! Enchufate! Schließ Dich an! Kunin Suksuk! Auf jedem Titelblatt verkündet das Wired-Magazin seine Botschaft in einer anderen Sprache. Sie lautet: Das digitale Zeitalter ist angebrochen – schließe deinen Computer ans globale Dorfnetz an und sei dabei.

"Wir erleben zur Zeit eine wirkliche Revolution", sagt Louis Rossetto, der Wired im vergangenen Jahr in San Francisco gegründet hat. "Diese Revolution unterscheidet sich von vorherigen Revolutionen nur dadurch, daß es keine Schießereien auf der Straße gibt."

Rossettos Zeitschrift ist kein Computermagazin. Sie will die kulturellen Umwälzungen, die digitale Information und Kommunikation auslösen, verständlich machen. "Computermagazine befassen sich mit den Werkzeugen, Wired befaßt sich damit, wer sie benutzt, zu welchem Zweck sie eingesetzt werden und was das für unsere Gesellschaft bedeutet", sagt Chefredakteur John Battelle.

Wired kam im Januar 1993 auf den Markt. Innerhalb kürzester Zeit wurde es zur Pflichtlektüre für Trendsetter, Medienmacher und Computerkünstler; der Erfolg überraschte selbst die Gründer. Sie erlebten, daß das Projekt bereits nach einem Jahr schwarze Zahlen schrieb und monatlich erscheinen konnte; jede Ausgabe wird heute in rund 240 000 Exemplaren gedruckt, davon gehen 30 000 an Abonnenten, 80 000 werden am Kiosk verkauft, der Rest kommt etwa bei Computermessen ans Volk.

Für die Anzeigengewinnung half natür-Leserdaß der durchschnittliche Wired-Leser einer ist, wie ihn Werbetreibende lieben: 35 Jahre alt, mit Hochschulabschluß und einem Jahreseinkommen von 86 000 Dollar. Die größten Wired-Freunde sind College-Studenten, Jungprofis aus der Computer- und Medienbranche in ihren Dreißigern sowie "alte Schlachtrösser", die seit den Tagen des legendären Apple-II-Computers an der Grenze des digitalen Raums Pionierarbeit leisten.