Der Direktor der CIA, der amerikanischen Anti-Spionage-Organisation, gab in der vorigen Woche eine Erklärung zum Fall Arnes ab. Aldrich Ames, Chef einer Abteilung mit Zugang zu Geheimakten, hat jahrelang für Moskau spioniert; er ist, wie der Direktor sagte, schuld am Tod von zehn Spionen, die im Ostbereich für die CIA arbeiteten. Am unbegreiflichsten: Seit 1983 war bekannt, daß Ames ein Alkoholiker und Lügner ist. (Nach einer Schätzung der International Herald Tribune hat die CIA einen Etat von drei Milliarden Dollar – das State Department muß mit nur etwa zwei Milliarden auskommen.)

Immer raffinierter und teurer werden die Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz des Weißen Hauses, aber ein Verrückter brachte es kürzlich fertig, sie zu unterlaufen; sein Flugzeug zerschellte an der Schwelle des Präsidenten-Palais. Auch in Rußland, wo gewiß nicht weniger für die Sicherheit ausgegeben wird, gelang es einem Spinner, mitten auf dem Roten Platz zu landen.

Da glauben die Regierungen in arroganter Selbstgewißheit, sich durch immer größeren Aufwand schützen zu können, aber dann kommen ein paar Spinner oder ein Trunkenbold, spotten aller Aufwendungen und machen dem schönen Traum kurzerhand ein Ende. Dff.