Versteht noch jemand die Windungen im amerikanisch-japanischen Handelsstreit? Wieder einigten sich Tokio und Washington am Wochenende „teilweise“ – Japan erklärt sich bereit, mehr Telephonausrüstungen, Medizingerät und Versicherungen in Amerika zu ordern, lehnt aber ähnliche Verpflichtungen für Autos ab. Da das US-Handelsdefizit mit Japan vor allem hier entsteht, geht der Streit im nächsten Jahr mit Sicherheit weiter.

Der Konflikt ist vermutlich auf dem Verhandlungswege unlösbar Japan schottet seine Märkte auf sehr subtile informelle Weise ab, ein Verhalten, das zwar dem Geist, nicht jedoch den geschriebenen Regeln des freien Welthandels widerspricht. Die Amerikaner versuchen, dieses Verhalten mittels Sanktionsdrohungen zu ändern, was wiederum diesen Regeln eindeutig zuwiderläuft. Der stärkste Einigungszwang geht derzeit von den Devisenmärkten aus: Der wegen des Handelsstreits überteuerte Yen bremst den Aufschwung in Tokio und weckt Inflationsängste in Amerika. Offen ist, welche der beiden Seiten den Druck länger aushalten kann. pp