Wer heute dreißig ist, kann sich seine Rente an den Hut stecken. Das jedenfalls meinen ein paar unverbesserliche Schwarzseher. Jetzt haben sie überraschend Schützenhilfe von einer ziemlich gewichtigen Institution bekommen: der Weltbank. Auch sie behauptet, eine Rentenversicherung wie die deutsche könne die zunehmende Überalterung der Bevölkerung nicht bewältigen. Das öffentliche Rentensystem soll deshalb durch private Versicherungspolicen ersetzt werden.

Dahinter steckt die Hoffnung, so ließe sich das wirtschaftliche Wachstum fördern. Private Versicherungen bildeten nämlich Kapital. Das schaffe Arbeit und Wachstum. Öffentliche Sozialsysteme indes zahlten ihre Einnahmen sofort wieder aus, das Geld verschwinde im Konsum.

So überzeugend das klingen mag: Für Deutschland trifft das nicht zu. Schon heute wird hier weit mehr auf die hohe Kante gelegt als in den meisten anderen Industrieländern. Eine Systemumstellung à la Weltbank würde höchstens bewirken, daß Ersparnisse von Banken zu Versicherungen wandern. Das Ergebnis wäre nicht Bildung, sondern nur Bindung von Kapital. per