DIE ZEIT

Die letzte Chance

Die schnellste Antwort auf die Frage, was aus dem Wahlerfolg des österreichischen Rechtspopulisten Jörg Haider für Deutschland zu lernen sei, lautet: Große Koalitionen führen zur Stärkung der Parteien am Rande.

Worte der Woche

"Eure Zukunft mag trübe scheinen, aber ich bin sicher, am Ende des Tunnels wird ein Land sein, das gefestigt und wohlhabend sein wird und in dem ihr ein lebenswertes Leben führen könnt.

Zeitspiegel

Auch wenn deutsche Soldaten noch keinen Uno-Dienst im früheren Jugoslawien leisten, deutsche Produkte tun es allenthalben. Was erfrischt die Blauhelme in der Zagreber Unprofor-Kantine? Fettarme Frischmilch der Marke Nordmilch aus Zeven in Niedersachsen.

Wolfgang Ebert: Stimmung

"Es geht doch nicht um seine Singstimme, sondern um seine Wahlstimme. Seitdem er weiß, wie wertvoll sie den Parteien ist, stolziert er wie eine Operndiva durchs Haus, als spiele er die Rolle seines Lebens.

Bonner Bühne: Kein Solo für Schröder

Zu dem wortlosen Kohlin-der-Menge-Plakat, das seit Wochen auf Deutschlands Werbeflächen klebt und klebt, bescherte uns der Wahlherbst nun noch einen weiteren intellektuellen Markierungspunkt: Auf einem halbseitigem Bild- Inserat mit Lafontaine-Photo wirbt die SPD.

Polen: Angst vor den Grünen

WARSCHAU. – Der Wunsch vieler Deutscher, der Ära Kohl am 16. Oktober endlich ein Ende zu setzen, stößt in Polen eher auf Unverständnis.

Holland: Kein Grund zum Zittern

ROTTERDAM. – Bei deutschen Wahlen gibt es seit vier Jahrzehnten eine Konstante, die sich auch diesmal bewähren dürfte – jede Bundestagswahl ist eine demonstrative Bestätigung der Stabilität des Landes.

Norwegen: Auf den Kopf gestellt

OSLO. – Während Deutschland diese Woche in der Endphase eines Bundestagswahlkampfes steht, treten drei nordische Länder eine Marathonstaffel der Volksabstimmungen über die EU an.

Im Supermarkt des Seelenheils

Nur Wahnsinn schien anfangs das Schreckliche erklären zu können: Die 48 Toten, die Mitte vergangener Woche in den Westschweizer Bergdörfern Cheiry und Granges-sur-Salvan in brennenden Chalets entdeckt wurden, mußten Opfer eines rituellen Massenselbstmords geworden sein.

Mord im Tempel der Sonne

Robert Gaultier von der Freiwilligen Feuerwehr drang als erster ein in das brennende Doppelhaus am Chemin Belisle in Morin Heights bei Québec.

Der Beginn der Wende

9. Oktober: In Leipzig gehen 70 000 Menschen auf die Straße – die größte Protestdemonstration der DDR seit dem 17. Juni 1953.

Der Markt als Pokerspiel

Die Deutschen konnten ein Wirtschaftswunder machen, aber keine international anerkannten Ökonomen hervorbringen. Das Gewicht der volkswirtschaftlichen Fakultäten bundesdeutscher Universitäten stand in keinerlei Verhältnis zum ökonomischen Gewicht der Republik.

Blickpunkt: Senat am kurzen Hebel

Ein Konkurs der Hamburger Stahlwerke GmbH (HSW) ist für Erhard Rittershaus, den parteilosen Wirtschaftssenator der Hansestadt, "völlig abwegig".

Manager und Märkte

VW: Ärger mit Greenpeace Erdgas: Streit der Giganten Samsung: Betriebsräte unerwünscht

Offerte der Metaller

Es sage niemand, die Gewerkschaften hätten den Blick für die wirtschaftlichen Realitäten verloren. Die Lohnforderung von "bis zu sechs Prozent", mit der der Vorstand der IG Metall am Dienstag die Tarifrunde dieses Winters einläutete, beweist, daß an den Arbeitnehmern der Aufschwung nicht scheitern soll.

Die neue Regierung kommt an zwei Dingen nicht vorbei:: Sparen und Schröpfen

Alle reden vom Aufschwung – Wahlkämpfer besonders gerne. Dabei ist ausgerechnet das Wirtschaftswachstum jene Größe, die alle bisherigen Bundesregierungen nur wenig beeinflussen konnten: Das Bündnis der Christdemokraten mit der FDP ging 1966 nach einer langen Expansionsphase in der Krise auseinander, die sozialliberale Koalition von 1969 bis 1982 erlebte Perioden mit hohem Wachstum, aber auch zwei Rezessionen, die von den Erdölpreisschocks zumindest mitverursacht wurden.

Rudolf Engen: Irrwege zur Arbeit

Immer wenn bei der Europäischen Management- und Marketing-Agentur (EMMA) ein Politiker "originelle Vorschläge zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit" ordert, stellt Kollege M.

Schlank aus der Krise

Der Sturm ist vorüber, schöneres Wetter zieht auf. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat jetzt das Ende des "langen und ungewöhnlich harten Abschwungs" proklamiert.

Markt-Report: Neue Zuversicht

Seit Beginn dieser Woche schöpfen die Börsianer wieder Mut. Innerhalb von zwei Börsensitzungen hat sich der Deutsche Aktienindex (Dax) um rund hundert Punkte verbessert.

Bonner Kulisse

Als könnte es noch helfen, die allerletzten Prozentpünktchen für seine Partei einzusammeln, hat der FDP-Fraktionsvorsitzende Hermann Otto Solms der These von Kanzleramtsminister Friedrich Bohl widersprochen, das Bundeskabinett werde nach der Wahl nicht verkleinert.

Das Bananen-Urteil und die Folgen: Horrorvision

Es begann vor mehr als zwei Jahren und wurde von den meisten Beobachtern zunächst eher amüsiert zur Kenntnis genommen. Doch das vermeintliche Schmankerl endete, vorläufig, in der vergangenen Woche mit einer bitteren Pointe: Der Europäische Gerichtshof (EUGH) billigte uneingeschränkt die Regeln, die sich die Zwölfergemeinschaft zum Schutz ihrer Bananenbauern ausgedacht hatte – ein Sieg Europas über die Bonner Regierung, die gegen die Bananenmarktordnung geklagt hatte.

Märkte der Zukunft: Die deutsche Wirtschaft reagiert im internationalen Wettbewerb um neue Technologien zu langsam. Kann der Staat den Unternehmen auf die Sprünge helfen? Die alte Idee wird neu belebt – und ist nach wie vor umstritten. Eine ZEIT-Serie: Ein nebulöser Dialog

Ein tabuisierter Begriff wird hoffähig: Industriepolitik. Was lange Zeit den Franzosen als ordnungspolitisch degoutantes Verhalten vorgeworfen wurde, nämlich lenkende Eingriffe des Staates zur Kräftigung der heimischen Wirtschaft, empfehlen nun auch immer mehr deutsche Politiker als Mittel gegen technologischen Rückstand und Arbeitslosigkeit.

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