Dernier cri aus PVC

In Frankreich sollen Pullover aus recycelten Mineralwasserflaschen auf den Markt kommen. Der neue Schrei aus Paris besteht laut Herstellerangabe zu dreißig Prozent aus Wolle und zu siebzig Prozent aus PVC. In jedem der Pullover, die zwischen 180 und 250 Mark kosten sollen, stecken 27 Plastikflaschen. Diese werden in feine Schnipsel zermahlen, geschmolzen und zu Garn gesponnen. Am meisten Kopfzerbrechen bereitet den erfindungsreichen Modeschöpfern dabei das Problem, ihr Recyclingplastik von Unreinheiten zu befreien. Jeder Schritt in der Herstellung der Pullover hätte gegenüber der Produktion mit normalem PVC verändert werden müssen, sagen die Firmen Elf-Atochem und Rhovyl. So stören etwa Papieretiketten ebenso wie Leim und chemische Zusätze, mit denen die Plastikflaschen versetzt sind. Sollte das Beispiel jedoch Schule machen, würde ein riesiger Rohstoffberg erschlossen: Von 3,2 Milliarden PVC-Flaschen werden in Frankreich bislang nur 200 Millionen recycelt.

Gefilmtes Naturwunder

Zwischen zwei Stühlen fühlt sich niemand wohl. Doch wenn das Leben im Ozean zwischen zwei Strömungen gerät, dann treibt es gigantische Blüten. Wie Nature in einer Titelgeschichte berichtete (Bd. 371), entstehen beim Aufeinandertreffen warmer äquatorialer und nährstoffreicher polarer Strömungen im Pazifik riesige Bänder, die von wuchernden Algen tiefgrün gefärbt sind und sich über Hunderte Kilometer erstrecken. Filmaufnahmen aus der Raumfähre Atlantis haben das Naturwunder dokumentiert, das wesentlich zur Nahrungsproduktion im Ozean beiträgt. Hauptbestandteil der grünen Bänder sind Kieselalgen, winzige Einzeller, die täglich ihre Zahl verdoppeln können. Aufnahmen von Wettersatelliten und aus einem Forschungsflugzeug sowie Messungen aus einem Schiff haben ergeben, daß die Algenbänder bis zu sechzehn Kilometer breit sind. Sie konnten von den Galapagosinseln über eine Strecke von 6500 Kilometern quer durch den Pazifik bis südlich von Hawaii verfolgt werden.