Nach dem Grundgesetz wirken die Parteien an der politischen Willensbildung des Volkes mit. Sie tun das aber zu exzessiv, so daß sich unter den Bürgern Unmut verbreitet und Enttäuschung laut wird über mangelnde Einflußchancen. Mag diese Stimmung im Superwahljahr 1994 auch zurücktreten, so könnte sie doch längerfristig nicht nur für die Parteien selbst gefährlich werden, sondern auch für die Demokratie als Ganzes. Deshalb stellt die Frankfurter Intervention, deren Anliegen es ist, sich unabhängig von den Parteien in die Politik einzumischen, und die Mitte letzten Jahres Jens Reich als Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten empfohlen hat, einige Rahmenvorschläge zur Diskussion. Sie sollen den Einfluß des Volkes, nicht nur des Parteivolkes, auf die Auswahl der Mandatsträger und Amtsinhaber stärken.

Hans Herbert von Arnim