DIE ZEIT: Die ersten freien Wahlen in Mosambik wären fast gescheitert. Wie konnten die Vereinten Nationen das verhindern?

Aldo Ajello: Durch den geballten Druck der internationalen Gemeinschaft, die sofort und entschieden reagiert hat. Und indem wir den Renamo-Rebellen zugesichert haben, daß alle Unregelmäßigkeiten bei der Wahl gründlich untersucht werden.

ZEIT: Die UN-Mission Onumoz in Mosambik hat rund eine Milliarde Dollar gekostet. Böse Zungen fragen, ob diese hohe Summe nur eingesetzt wurde, um das in Somalia und Angola verlorene Ansehen der Vereinten Nationen wiederherzustellen.

Ajello: Das Ziel von Onumoz war nicht die Wiederherstellung verlorenen Ansehens. Wenn unsere friedensstiftende Mission in Mosambik den Nebeneffekt hat, daß das Vertrauen in die Uno wieder gestärkt wird, kann uns das nur recht sein. Wir sollten eine sehr einfache Lektion lernen: Es gibt keinen Weg, Frieden zwischen Menschen zu stiften, die keinen Frieden wollen. Wenn unsere Mission bis jetzt erfolgreich war, so liegt das nicht daran, daß sie besser organisiert war oder daß ich besser bin als meine Kollegen, sondern daran, daß die zwei Kriegsparteien sehr entschieden gezeigt haben, daß sie Frieden wollen. Nur dadurch waren wir in der Lage, auf beiden Seiten insgesamt 76 000 Mann zu entwaffnen.

ZEIT: Und dennoch wurden nicht alle Krieger demobilisiert...

Ajello: Wir können nicht behaupten, daß wir beide Seiten völlig neutralisiert haben. Sie können, wenn auch nur begrenzt, immer noch sehr gefährlich werden.

ZEIT: Zum Beispiel die paramilitärischen Polizeitruppen; sie wurden nicht aufgelöst.