Ginge es nicht um Menschen, könnte man sich lustig machen über Norbert Blüms jüngsten Vorstoß im Kampf gegen die Beschäftigungskrise. Er möchte Langzeitarbeitslose mit Rücknahmegarantie anbieten. Die Unternehmen sollen sich die Bewerber erst einmal zur Probe von den Arbeitsämtern ausborgen können. Test the rest, sozusagen. Falls sie erkranken, sich ungeschickt anstellen oder einfach nicht gefallen, dürfen sie von heute auf morgen zurückgegeben werden. Für den Ausleiher entstehen keinerlei Verpflichtungen. Er borgt sich den nächsten.

Im Kern ist die Idee ja gar nicht schlecht. Ähnliche Modelle werden beispielsweise in den Niederlanden mit Erfolg praktiziert. Nur spricht man dort nicht von Ausleihen und Rückgabe, so als handele es sich um schwer verkäufliche Ladenhüter aus dem Warenlager der Bundesanstalt für Arbeit. Wenn das Konzept eine Zukunft haben soll, dann muß klargestellt werden, worum es wirklich geht: um ein Angebot an Arbeitssuchende, die besonders große Probleme haben, eine Stelle zu finden. Wenn die schwierige Integration in das Arbeitsleben Erfolg haben soll, muß eine fachkundige Betreuung und Beratung während der Einarbeitung gewährleistet sein. Vor allem aber dürfen diese Menschen nicht wie ein Besitz behandelt werden – weder von der Arbeitsverwaltung noch von den Unternehmen. per