Knapp neunzig Milliarden Dollar haben die Opec-Länder in den ersten neun Monaten dieses Jahres für ihr Öl kassiert, mehr als das Dreifache war es im gesamten Jahr 1980. Kein Wunder, daß die Ölländer vergangenen Zeiten nachtrauern und immer wieder versuchen, ihre Preise zu erhöhen. Dabei ist von jenen mehr als dreißig Dollar je Barrel, die in der ersten Hälfte der achtziger Jahre kassiert wurden, schon lange nicht mehr die Rede. Seit 1990 sind 21 Dollar das Ziel – erreicht wurde es nur für ganz kurze Zeit, als der Irak Kuwait überfiel und damit den Golfkrieg auslöste. Derzeit kostet Opec-Öl im Durchschnitt siebzehn Dollar – mehr gibt der Markt nicht her.

Das soll sich, so hoffen die Ölländer, bald ändern. Auf ihrer jüngsten Konferenz in Indonesien haben sie beschlossen, das Förderlimit von derzeit 24,52 Millionen Barrel je Tag auch in den ersten sechs Monaten des kommenden Jahres nicht zu erhöhen. Und weil weltweit mit einer Zunahme der Nachfrage um etwa eine Million Barrel je Tag gerechnet wird, hoffen sie auf eine Verknappung ihrer Ware und damit auf höhere Preise.

Aber es hat sich schon in der Vergangenheit gezeigt, daß es mit der Förderdisziplin der Kartellbrüder nicht weit her ist. Fast immer werden die zuvor feierlich beschworenen Quoten überschritten. Und solange das Öl für weniger als drei Dollar aus der Erde läuft, bleiben auch siebzehn Dollar ein verlockender Preis. hgk