Feuilleton

Heuschnupfen

Leider kann ich die Erfordernisse einer echten Generationen Debatte mit meiner augenblicklichen Verwirrung kaum in Einklang bringen. Es fehlt ja nicht an Formeln, aber es fehlt an Kraft für ein richtiges Als ob.

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DIE ZEIT

Atempause im Streit um Gorleben: Nur Zeit gewonnen

Diese Woche fiel die Machtprobe aus: In letzter Minute hat das Verwaltungsgericht Lüneburg am Montag den Transport abgebrannter Brennelemente aus dem baden-württembergischen Kernkraftwerk Philippsburg in das Gorlebener Zwischenlager gestoppt.

Was folgt?

Wären alle Beleidigungen justitiabel, die Wolf Biermann zu Beginn der Woche ausstreute, er hätte ein paar Millionen Klagen am Hals.

Finale

Da war ein Pianist mit einer Vision: Ein ganzes Land soll Musik hören, von Stars und neuen Talenten – in Herrenhäusern, Scheunen und Kirchen.

Frühreif

Guck mal, wer da spricht! Papa Stolpe und Mama Nolte locken: 1000 Mark aufs Pfötchen, Baby, zur Begrüßung, du kleiner, heißersehnter deutscher Erdenbürger.

Zeitspiegel

Als Unglücksrabe des 13. Bundestages fungiert der 37jährige Pforzheimer CDU-Abgeordnete Roland Richter, der Mann, der die Kanzlerwahl beinahe verschlafen hätte.

Ein Elefant steht auf

Da stehen sie, achtzehn Staatsmänner in Batikhemden, und winken. Ein Photo, das um die Welt ging; um die halbe Welt. Der japanische Regierungschef Murayama ist zu sehen, Chinas Staatspräsident Jiang Zemin und Bill Clinton.

Der angehende Generalsekretär der FDP: Mann mit Kanten

Die Biographie von Guido Westerwelle, der im Dezember Generalsekretär der FDP werden soll, ist gradlinig, um nicht zu sagen, langweilig: Er wurde vor 32 Jahren in Bonn geboren, er ging in Bonn zur Schule und studierte dort Jura.

Die Kuh ist auf dem Eis

Nachdem sich die erste Euphorie über die Maueröffnung gelegt hatte und alle DDR-Bürger ihr Begrüßungsgeld abgeholt und ausgegeben hatten, stellte sich die Frage: Wie soll es nun weitergehen? Gefordert waren schnelle Entschlüsse, wenn der fortgesetzte Exodus Tausender junger Leute durch die durchlässige Grenze nicht die Antwort geben sollte: den völligen Kollaps der DDR mit unabsehbaren sozialen und politischen Folgen.

Ruf nach Einheit

25. November: Ingrid Köppe, Sprecherin des Neuen Forums, verlangt freie Wahlen und eine demokratische Erneuerung der DDR; Rainer Eppelmann, Demokratischer Aufbruch, fordert Zusammenarbeit mit einer "veränderten SED".

Berlusconi unter Verdacht: Bestechend

zenen aus einem politischen Krimi? Nein, italienische Wirklichkeit: "Ich habe niemals jemanden bestochen! Ich trete nicht zurück!" So verkündete es, ohne das übliche überlegene Lächeln, Ministerpräsident Silvio Berlusconi über alle Fernsehkanäle, während in derselben Nacht zum vorigen Mittwoch eifrige Polizisten die Redaktionsräume des Mailänder Corriere della Sera nach Spuren eines Geheimnisverrats durchsuchten.

Regierungskrise in Irland: Segensreich

Selbst wenn sich der zynische Spruch nicht bewahrheiten sollte, daß in Nordirland die Pessimisten am Ende immer recht behalten – der Friedensprozeß ist eine "zarte, empfindliche Pflanze", die allzu leicht verkümmern kann.

Ein bißchen deutsch

BERLIN. – Können Männer Kinder kriegen? Im Prinzip kaum. Können in Koalitionsverhandlungen Probleme gelöst werden? Im Prinzip nein.

Bonner Bühne: Kindisch, kleinkariert

Als erstes ist der ökumenische Gottesdienst zur Konstituierung des neuen Bundestages dokumentiert. Danach wird die Nominierung Rita Süssmuths zur Wiederwahl als Parlamentspräsidentin erwähnt.

Ein bißchen dürftig

ESSEN. – Nach den jahrelangen Diskussionen über die Anerkennung einer doppelten Staatsangehörigkeit und den Wahlversprechen der FDP wirken die Vorstellungen der neuen Bundesregierung, wie sie die Integration von 6,8 Millionen Ausländern in diesem Lande fördern will, mehr als dürftig.

Zeitläufte: Wilhelm II.: "Das Beste waere Gas!"

Im Jahre 1894 – Kaiser Wilhelm II. regierte erst seit sechs Jahren, Bismarck war vier Jahre vorher entlassen worden, und Hitler war noch zu jung, um in die Schule zu gehen – erschien in den Straßen von Berlin für dreißig Pfennig ein obszönes Flugblatt, welches aus heutiger Sicht die Frage der Kontinuität in der neueren deutschen Geschichte in erschreckendster Weise aufwirft.

Manager und Märkte

WWF: Bangen um die Lotterie Info AG: Überleben zwischen den Riesen AT & T: Einkaufen in Frankreich

Umweltpolitik; Der Ressortwechsel von Klaus Töpfer ist ein Zeichen für den mangelnden Willen der Regierung Kohl zur ökologischen Modernisierung – Bilanz einer Ära: Unbequem, lästig, entbehrlich

Welche Etiketten sind dem Mann nicht schon verpaßt worden: Als "Heißluftballon", der schnellstens stillzulegen sei, verspottete ihn die niedersächsische Umweltministerin Monika Griefahn; Joschka Fischer machte sich gerne über den "Hasen" lustig, der immer schon da sei – allerdings nur "verbal"; auch als "Kohls Umwelt-Placebo" titulierten ihn seine politischen Gegner gern.

Markt-Report: Kaum noch Aufträge

Mit Blick auf das nahende Jahresende haben sich sowohl die inländischen institutionellen Anleger wie auch die privaten Wertpapierkunden der Kreditinstitute weitgehend vom Aktien- und Rentengeschäft zurückgezogen.

Langzeitarbeitslose: Fällig

Ginge es nicht um Menschen, könnte man sich lustig machen über Norbert Blüms jüngsten Vorstoß im Kampf gegen die Beschäftigungskrise.

Nicht die Bevölkerungsentwicklung, sondern die Erwerbslosigkeit bedroht die Rente. Durch eine Senkung der Lohnnebenkosten muß die Arbeit billiger werden: Mit Steuern gegensteuern

Seit Jahren schon grassiert in Deutschland die Angst um die Renten. Mit dem angeblich drohenden Zusammenbruch des Rentensystems begründen Politiker wie der sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf und Wirtschaftsminister Günter Rexrodt ihre Forderungen nach einem radikalen Umbau des Sozialstaates.

Bonner Kulisse

Der schlanke Staat, den sich die Koalition verordnet hat, fing bei der Regierungsneubildung mit der Zusammenlegung der Ressorts von Bildung und Forschung wie von Familien/Senioren mit Frauen und Jugend an.

Erdölpreise: Flüssig

Knapp neunzig Milliarden Dollar haben die Opec-Länder in den ersten neun Monaten dieses Jahres für ihr Öl kassiert, mehr als das Dreifache war es im gesamten Jahr 1980.

Wirtschaftsminister: Überflüssig

Wozu braucht man eigentlich einen Wirtschaftsminister? Mit dem schon legendären ordnungspolitischen Glaubensspruch "Wirtschaft findet in der Wirtschaft statt" hat der immer noch amtierende Ressortchef, ein Freidemokrat namens Günter Rexrodt, die Frage ziemlich eindeutig beantwortet: Man braucht ihn nicht.

Das Konzept der Minister

Der Rat regt in einer Resolution an, daß Roll-on-Roll-off-Fähren in europäischen Gewässern regelmäßig inspiziert werden sollen.

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