Schlecht stehen die Chancen derzeit für eine bundesweite „Umwelt- und Entwicklungslotterie“, mit deren Erlösen Umweltschutz und Dritte-Welt-Projekte gefördert werden sollten. Das Glücksspiel, das der WWF, Unicef, Greenpeace und sieben weitere Organisationen veranstalten und per Fernsehsender bundesweit Überträgen lassen wollen, hat wenig Chancen, die Genehmigungsbehörden zu passieren. Die Landesminister wollen neue bundesweite Lotterien möglichst nicht zulassen: „Das Bedürfnis der Bevölkerung, an Lotterien teilzunehmen, wird weitgehend befriedigt“, lautet die Begründung. In Wahrheit fürchten die Länder wohl eher, daß es zu einer „Umverteilung“ der Einnahmen zugunsten neuer Spiele kommen könnte. Markus Schönberger, Geschäftsführer von RTL, dessen Sender gern als Partner der alternativen Glücksspielveranstalter aufgetreten wäre, veranschlagt angesichts solch manifester Interessen „die Chancen für eine neue Lotterie als gering“.

Um die Umwelt- und Entwicklungsgruppen jedoch nicht vollends zu verprellen, wollen die Ministerpräsidenten der Bundesländer Ende des Monats noch eine Hintertür öffnen: Sie könnten sich für ein regional beschränktes neues Glücksspiel aussprechen, dessen Erlöse inländischen Umweltschutzprojekten zugute kommt. Frisches Geld für diese Zwecke käme den Länderfürsten sehr gelegen. Den Umweltaktivisten machen solche Ideen indes Kopfzerbrechen: „Man versucht uns auseinanderzudefinieren. Sie vergessen die Entwicklung der Dritten Welt und denken nur an eine Naturschutzlotterie“, fürchtet Udo Weiß, Geschäftsführer des WWF. Er ist sich mit seinem Kollegen Dieter Garlichs von Unicef einig: „Umwelt und Entwicklung gehören zusammen.“ Notfalls wollen die Verbände für ihr Ziel klagen, noch hoffen sie auf ein Einsehen der Politiker. Stephan Cremer, der als Geschäftsführer der topcom die Lottokampagne koordiniert, sagt: „Nach Rio wäre diese Lotterie doch ein gutes politisches Signal.“

Wenn die Zinsen steigen, verdienen die Banken mehr Geld. Das ist die landläufige Meinung, die sich auf eine alte Erfahrung stützt: Die Sollzinsen gehen stets schneller nach oben als die Habenzinsen, also wächst der den Banken verbleibende Zinssaldo.

Das scheint auch das Ergebnis der Westdeutschen Landesbank für die ersten neun Monate des laufenden Jahres zunächst zu bestätigen. Der Zinsüberschuß ist, so der Vorstandsvorsitzende Friedel Neuber vor der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung in Düsseldorf, um mehr als 15 Prozent auf beinahe 2,7 Milliarden Mark gestiegen – fast 370 Millionen Mark mehr flossen in die Kasse der größten deutschen Landesbank.

Dennoch beklagte Neuber, der Zinsanstieg mache seinem Institut – wie allen anderen Banken auch – zu schaffen. Der Grund: Bei steigendem Zins sinken die Kurse festverzinslicher Wertpapiere. Und mit denen hat sich die WestLB in Erwartung sinkender Zinsen reichlich eingedeckt. Das Ergebnis: Sie muß auf ihre Wertpapierbestände mehr abschreiben, als sie an Zinsen zusätzlich kassiert hat.

Auch wenn nun geklärt ist, welche Rolle die kleine, aber feine Info-AG aus Hamburg in der Zweierbeziehung zwischen der deutschen Telekom und France Telecom übernehmen soll, bleibt die Konstellation pikant. Unversehens war Info-Chef Lutz Meyer-Scheel zwischen alle Stühle geraten, als die beiden Fernmelderiesen eine grenzüberschreitende Kooperation beschlossen. Denn die Info-AG ist ein Tochterunternehmen von France Telecom und macht hierzulande deren neuem Partner Telekom bei der Datenkommunikation Konkurrenz – eine absurde Situation. Immer wieder tauchten deshalb Gerüchte auf, die Deutschen würden sich die Info-AG einverleiben.

Die Spekulationen waren falsch. Die Info-AG wird auch in Zukunft die gleiche Zielgruppe anvisieren wie die Telekom-Tochter DeTe-System: Großkunden aus der Wirtschaft.