Wozu braucht man eigentlich einen Wirtschaftsminister? Mit dem schon legendären ordnungspolitischen Glaubensspruch „Wirtschaft findet in der Wirtschaft statt“ hat der immer noch amtierende Ressortchef, ein Freidemokrat namens Günter Rexrodt, die Frage ziemlich eindeutig beantwortet: Man braucht ihn nicht.

Und siehe da – es geht tatsächlich ohne. Zwar nicht in Bonn, aber in der Provinz. Das Verteilen von Subventionen, in Bund und Ländern die wichtigste Kompetenz inkompetenter Wirtschaftsminister, findet künftig im Saarland direkt im Finanzministerium statt, und dort müssen die Leute sowieso mit Geld umgehen. Und daß die Verkehrs- und Energiepolitik in der Zukunft der Umweltminister zu verantworten hat, kann ein Beitrag zur seit langem propagierten Versöhnung von Ökonomie und Ökologie werden.

Ein Vorbild auch für die Bundesregierung? Bislang leider nicht. Aber es kann ja noch werden. Schon feilen die Redenschreiber am neuen Spruch: „Umwelt findet in der Wirtschaft statt.“ Aber auch die Alternative hätte Chancen, vom Volksmund übernommen zu werden: „Wirtschaft findet in der Umwelt statt.“ whz